Stromnetz

Lebensader der Energiezukunft

Strom wird in der Energieversorgung der Zukunft eine zentrale Rolle spielen: Erneuerbare Energien, Effizienzsteigerung, Elektrifizierung und Sektorkopplung sind die zentralen Hebel für die Dekarbonisierung und die Umsetzung der Energiestrategie 2050. Dadurch wird nicht nur die Nachfrage nach Strom deutlich zunehmen, sondern auch das Stromnetz auf den Kopf gestellt.

In der neuen, dynamischen Energiewelt müssen zentrale und dezentrale Produzenten, zentrale und dezentrale Speicher, bekannte und neue Verbraucher mit- und nebeneinander funktionieren können. Ein Netz mit Köpfchen macht dies möglich. Dazu muss das Netz weiterentwickelt werden. Neue Technologien werden das Netz flexibler machen und dazu beitragen, den Netzausbau auf das Notwendige zu beschränken. Zudem werden sich auch die Kunden aktiv am Energiesystem beteiligen.

Mehr Handlungsspielraum macht Energiezukunft möglich

Damit Netzbetreiber und Kunden Hand in Hand arbeiten können, brauchen beide mehr Handlungsspielraum und weniger Detailregulierung auf Gesetzes- und Verordnungsstufe. Über die Netzpreise lassen sich Anreize für eine innovative und systemdienliche Netznutzung setzen: Steigt die Netzbelastung, steigen die Preise; sinkt die Netzbelastung, sinken die Preise. Eine Win-Win-Situation.

Stromversorgung und Vogelschutz unter einen Hut bringen

Auch in einer erneuerbareren und dezentraleren Welt wird das Netz unverzichtbar bleiben. Dieses besteht traditionell aus Freileitungen und – zunehmend – aus Erdkabeln. Die Freileitungen auf Verteilnetzebene können für Vögel eine Gefahr darstellen. Daher regeln seit über 20 Jahren gemeinsam von den Netzbetreibern, dem Bund und den Vogelschutzorganisationen erarbeitete Richtlinien die Anforderungen an vogelsichere Stromleitungen. Der Bund möchte die Vorgaben nun verschärfen und hat eine entsprechende Vernehmlassung eröffnet. Der VSE unterstützt die Bestrebung, die Biodiversität zu erhalten und bedrohte Arten zu schützen. Die vorgeschlagene flächendeckende und zeitlich terminierte Sanierungsflicht auf Mittel- und neu auch auf Hochspannungsebene stellt eine deutliche Verschärfung der Vorgaben dar. Bei tausenden Masten kann ein vollständiger Vogelschutz nur durch bauliche Massnahmen erzielt werden. Es ist deshalb zentral, dass ein verbesserter Vogelschutz pragmatisch angegangen wird und dass dieser nicht tausende von zeit- und arbeitsintensiven Plangenehmigungsverfahren nötig macht.