Sektorkopplung

196 Staaten der Welt haben im sogenannten Pariser Klimaabkommen vereinbart, den weltweiten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, auch die Schweiz. Dafür muss die Energiewirtschaft dekarbonisiert werden. Sektorkopplung ist ein vielversprechender Lösungsweg.

Etwa 32 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente stösst die Menschheit im Jahr aus, um sich mit Strom, Wärme und Antrieb zu versorgen. Tendenz steigend. Denn bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl, und Erdgas werden Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid (CO2) frei. Energieeffizienz, erneuerbare Energien und die Senkung der CO2-Emissionen sind die Stichworte für die Energiezukunft. Sie spielen eine Schlüsselrolle und entsprechende Projekte werden vorangetrieben und gefördert. Doch damit ist es nicht getan, es braucht noch einen Schritt mehr:  Strom, Wärme und Verkehr müssen intelligent miteinander verknüpft werden.  Denn nur so können die erneuerbaren Energien optimal genutzt und in die Energiesysteme integriert und der CO2-Ausstoss gesenkt werden.  

Man spricht in diesem Zusammenhang von Sektorkopplung oder Netzkonvergenz. Das Prinzip ist einfach, auch wenn sich dahinter eine hohe Komplexität verbirgt: Es geht darum, die Energienetze intelligent zu verbinden, um Synergien zwischen den leitungsgebundenen Energieträgern nutzen zu können. Die Technologien, die Netze zusammenwachsen zu lassen, sind bereits vorhanden, und es steht eine breite Palette zur Verfügung: Wärme-Kraft-Kopplung (WKK), Power-to-Gas, Power-to-Heat, Power-to-Liquid. Aber auch die Gas- und Elektromobilität sind Technologien, welche die Sektorkopplung ermöglichen. Noch befindet sich die Sektorkopplung in den Anfängen, und es braucht dazu auch geeignete Rahmenbedingungen. Es gibt jedoch bereits herausragende Beispiele, die zeigen, welches Potenzial in der Verknüpfung der Energiesysteme steckt.

Um wirklich alle fossilen Brennstoffe wie Gas, Kohle und Benzin zu ersetzen, muss Strom aus Erneuerbaren Energien auch für Verkehr und Wärme genutzt werden. Die Sektorenkopplung ist somit ein vielversprechender Lösungsweg für eine Dekarbonisierung unserer Energieerzeugung und unseres Energieverbrauchs.

Kernstück der Sektorkopplung ist die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr über Energiespeicher und Energiewandler. So kann Strom beispielsweise zur Herstellung von speicherbarem Gas (Methan, Wasserstoff) genutzt werden - und umgekehrt.