Das ist eine Medienmitteilung von SSES – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.
Die Absicht des Bundesrats, das Vergütungsmodell für Solarstrom umzubauen, sorgt für rote Köpfe. In der heute veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme teilen die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie (SSES) und der Verein Solarspar zwar die Ansicht, dass die Solarenergie als tragende Säule der Schweizer Infrastruktur ein neues Modell zur Entschädigung des nicht selbst verbrauchten Stroms braucht. Der jetzige Verordnungsentwurf bremst jedoch Investitionen und insbesondere Kleinanlagen und sogar innovative, gemeinschaftliche Eigenverbrauchskonzepte werden blockiert.
Ein System, das niemand versteht
Ein Mix aus stündlichen Preisen, Quartalspreisen und Herkunftsnachweisen (HKN) lässt sich für normale Einfamilienhaus-Besitzerinnen und -Besitzer nicht mehr kalkulieren. Zudem entfällt mit der pauschalen Mindestvergütungsprämie die bisher durch die Minimalvergütung gegebene anlagenspezifische Absicherung gegen unten. Die Wirtschaftlichkeit lässt sich von Kleinanlagenbesitzer so nicht mehr kalkulieren. „Wir lassen die Menschen, die privat in die Energiewende investieren, komplett allein“, kritisiert Yves Stettler, Vorstandsmitglied bei Solarspar.
Neue Eigenverbauchsmodelle werden ausgebremst
Besonders absurd zeigt sich die Situation bei den eben erst eingeführten Eigenverbrauchsmodellen, den Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) und den virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (vZEV). Ohne eine zusätzliche private Echtzeitmessungen ist es technisch unmöglich, automatisiert auf negative Preissignale zu reagieren. Eine solche widerspricht allerdings dem Grundgedanken des vZEVs und der LEG. Die Betreiber laufen blindlings in finanzielle Verluste. Statt die Schaffung von LEG und vZEV zu erleichtern, erschwert sie der Bundesrat.
Es braucht zweckmässige Lösungen
SSES und Solarspar fordern daher, diese Übung abzubrechen und Lösungen auszuarbeiten, die wirksam den Ausbau der Solarenergie voranbringen. Vorschläge sind vorhanden. So etwa das vom Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE vergangenen Herbst präsentierte Kapazitätsmodell: www.vese.ch/pv-zubau-2-0. (SSES)