Das ist eine Medienmitteilung von BKW – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.
Die BKW betreibt das grösste Verteilnetz der Schweiz, mit einer Länge von 22'000 Kilometern. Gesteuert wird das Netz von der Zentralen Leistelle (ZLS), deren Standort im vergangenen Jahr gezügelt wurde. Die neue ZLS in einer Berner Vorortsgemeinde entspricht den heutigen Sicherheitsanforderungen und ist verkehrstechnisch besser erschlossen als der vormalige Standort Mühleberg.
Von der Leitstelle aus wird an 365 Tagen im Jahr während 24 Stunden das Netz überwacht. 2025 wurden über 1100 Störungen bearbeitet und zusammen mit den Teams in den Regionen behoben. Die Netzverfügbarkeit lag im vergangenen Jahr bei 99,996 Prozent. Kundinnen und Kunden waren im Schnitt nur während rund 20 Minuten ohne Strom.
Netzausbau muss beschleunigt werden
Um unseren Kundinnen und Kunden auch künftig zuverlässig Strom zu liefern, investiert die BKW bis 2030 insgesamt eine Milliarde Franken in ihr Verteilnetz. Der gezielte und rasche Ausbau des Netzes ist zwingend, weil die Energiewende-Anlagen (Photovoltaik, E-Ladestationen, Wärmepumpen, Batterien) den Leistungsbedarf an die Netzinfrastruktur stark erhöhen. Die BKW plant bis 2030 den Neu- oder Ausbau von 2500 Kilometern Netz und von 1600 Transformatoren.
Der Ausbau der Netzinfrastruktur wird heute erschwert durch raumplanerische Hindernisse, langwierige Bewilligungsverfahren und hohen bürokratischen Aufwand. Die Netzbeschleunigungsvorlage («Netzexpress»), die aktuell im eidgenössischen Parlament beraten wird, soll Abhilfe schaffen. Sie fokussiert allerdings stark aufs Übertragungsnetz. Um den Ausbau auf Ebene Verteilnetz ebenfalls zu beschleunigen, hat der Nationalrat in der Wintersession beschlossen, die Standortgebundenheit von Trafostationen in der Vorlage stärker zu berücksichtigen. Die BKW begrüsst diesen Vorschlag; gleichzeitig erachten wir weitere Verbesserungen der Vorlage als notwendig. Zum Beispiel sollten neue Transformatoren erst nachträglich bewilligt werden dürfen, was Projekte um mindestens ein Jahr beschleunigen würde.
Wichtig ist, das Energiesystem als Gesamtsystem zu betrachten: Ein beschleunigter Ausbau von Erzeugungsanlagen ist dann sinnvoll, wenn die Infrastruktur zum Abtransport und zur Verteilung der Energie ebenso rasch bewilligt und gebaut werden kann wie die Energiewende-Anlagen selbst.
Technische Innovationen erhöhen die Netzkapazität
Neben dem Ausbau des Netzes arbeitet die BKW daran, im bestehenden Verteilnetz so viel Solarstrom wie möglich aufzunehmen. Wechselrichter nutzen eine Regelung für den Blindleistungsanteil, um lokal die Spannungserhöhung abzuschwächen. Die Wirkung kann durch Analyse von Smart Meter Daten überprüft und optimiert werden. Damit kann das bestehende Netz den Strom von zusätzlichen Photovoltaikanlagen bewältigen.
Ein zweiter Hebel ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI): Indem das Netz der BKW durch KI überwacht und gesteuert wird, kann ein optimaler Netzzustand hergestellt werden. Die Spannung wird dabei dynamisch und vollautomatisch bei der Unterstation angepasst. Die BKW hat das Verfahren zum Patent angemeldet. (BKW)