Wald- und Gemeindeschutz-Initiativen gefährden den Ausbau der Windenergie

12.06.2026
Der VSE begrüsst die vom Bundesrat verabschiedete Botschaft zur Waldschutz- und Gemeindeschutz-Initiative. Die Ablehnung ist ein wichtiges Signal für die Versorgungssicherheit, denn der Ausbau der Windenergie und damit von Winterstromkapazitäten ist zentral. Eine Annahme der Initiativen würde den Bau von dringend benötigten Windenergieanlagen de facto verunmöglichen – bestehende Anlagen müssten teilweise abgerissen werden.

Die Initiativen stehen im klaren Widerspruch zum energiepolitischen Kurs der Schweiz. Erst im Jahr 2024 hat die Bevölkerung mit über 70 % Ja zum Stromgesetz gesagt und sich damit klar hinter den Ausbau erneuerbarer Energien gestellt. Die aktuellste VSE Umfrage zur Versorgungssicherheit bestätigt, dass 68 % der Befragten den Ausbau von Windkraftanlagen befürworten. 

Die Schweiz muss die inländische Stromversorgung insbesondere im Winterhalbjahr langfristig sichern. Dazu braucht es einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien. Windenergie leistet dabei einen wichtigen Beitrag, da sie vor allem Winterstrom produziert und damit das Energiesystem ausgleicht. 

Wird der Ausbau der inländischen Windenergie gebremst, steigt die Abhängigkeit von Stromimporten sowie von fossilen Reservekapazitäten wie Gaskraftwerken. Statt nachhaltiger und sauberer Inlandproduktion drohen mehr CO₂-intensive Importe – mit negativen Folgen für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. 

Winterversorgung und Planungssicherheit 

Die beiden Initiativen würden die Realisierung neuer Windenergieprojekte erheblich erschweren oder teilweise verunmöglichen. Der VSE teilt deshalb die Einschätzung des Bundesrats, dass die bestehenden gesetzlichen Regelungen den Schutz von Wald, Natur und Landschaft sowie die demokratische Mitsprache bereits angemessen gewährleisten. 

Investitionen in Windenergie erfordern langfristige Planung und klare Rahmenbedingungen. Die Waldschutz- und Gemeindeschutz-Initiativen gefährden diese Planungssicherheit erheblich: Projekte würden blockiert, Investitionen blieben aus und die Energiewende geriete ins Stocken. Sogar bereits bestehende Anlagen müssten teilweise wieder zurückgebaut werden. 

Mit der heutigen Botschaft schafft der Bundesrat die notwendige Klarheit für die politische Diskussion. Der VSE setzt sich weiterhin für einen technologieoffenen Ausbau der erneuerbaren Energien ein, damit die Schweiz ihre Klimaziele erreichen und eine sichere, bezahlbare und saubere Stromversorgung gewährleisten kann. 

Am 10. Juni 2026 gründete eine breite Allianz aus Energiewirtschaft, Branchenverbänden, Windenergie-Befürwortenden und Umweltorganisationen in Bern einen Verein zur Bekämpfung der Verhinderungsinitiativen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aeesuisse, der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), die Schweizerische Energiestiftung SES, Axpo sowie Suisse Eole und Pro Wind Schweiz.

Präsidiert wird der Verein von Fabienne Thomas, Co-Geschäftsleiterin der aeesuisse, und Jan Flückiger, Leiter Public Affairs beim VSE.

Die Allianz ist sich einig: Die Windenergie ist ein unverzichtbarer Pfeiler der künftigen Winterstromversorgung der Schweiz. Die Annahme der beiden Initiativen würde den Ausbau der Windenergie faktisch unmöglich machen und damit die Versorgungssicherheit, die Energieunabhängigkeit und die Klimaziele der Schweiz gefährden.
Mediensprecherin

Irit Mandel

Tel. +41 62 825 25 30, irit.mandel@strom.ch

Sie interessieren sich für die Medienmitteilungen des VSE und wollen keine verpassen? Gerne nehmen wir Sie in den Verteiler auf.

Alle VSE Medienmitteilungen im Überblick