CO₂-Gehalt des Schweizer Strommixes im Jahr 2025 witterungsbedingt gestiegen
Der CO₂-Gehalt des Stroms ab Steckdose in der Schweiz wird massgeblich durch Umfang und Zusammensetzung der Stromimporte aus den Nachbarländern beeinflusst. Die inländische Stromproduktion verursacht im Vergleich dazu deutlich geringere CO₂-Emissionen – insbesondere dank des hohen Anteils an Wasserkraft und Kernenergie sowie dem kontinuierlichen Ausbau der Photovoltaik. Die Analyse des Zeitraums von 2016 bis 2025 zeigt insgesamt einen abnehmenden Trend beim CO2-Gehalt des Schweizer Strommixes. Haupttreiber dafür sind der sinkende Einsatz fossiler Energieträger in den Nachbarländern sowie der fortschreitende Ausbau erneuerbarer Energien im In- und Ausland.
Der CO₂-Gehalt des Schweizer Strommix unterliegt jährlichen Schwankungen. Im Jahr 2025 stieg der CO₂-Gehalt auf 90 gCO₂eq/kWh und lag damit deutlich über dem Wert von 57 gCO₂eq/kWh aus dem Jahr 2024. Ursache war ein erhöhter Importbedarf, u.a. infolge historisch tiefer Füllstände der Schweizer Speicherseen im Frühling. Der zusätzlich importierte Strom stammte überwiegend aus Gaskraftwerken, da vor allem in Deutschland die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (Wind und Wasserkraft) im Jahr 2025 tiefer ausfiel als in den Vorjahren.
Die folgende Grafik zeigt den Verlauf der Treibhausgasemissionen des Schweizer Verbraucherstrommixes über den Zeitraum von 2016 bis 2025.
Prognosen bis 2050 bestätigen den kontinuierlichen Rückgang des CO₂-Gehalts des Schweizer Strommixes
Im Rahmen der «Energiezukunft 2050» hat der VSE die zukünftige Entwicklung des CO₂-Gehalts im Schweizer Verbraucherstrommix bis 2050 berechnet. Die Prognose zeigt, dass sich der CO₂-Gehalt im modellierten Zeitraum bis 2050 nahezu halbieren wird – von 78 auf 46 g CO₂eq/kWh. Diese Entwicklung unterstreicht die langfristige Dekarbonisierung der Stromversorgung. Die folgende Grafik veranschaulicht den prognostizierten Rückgang des CO₂-Gehalts des Schweizer Strommixes bis 2050:
Der überwiegende Teil der Treibhausgasemissionen im Jahr 2050 entfällt auf Scope 3, also auf vorgelagerte Emissionen. Dazu zählen insbesondere CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung und dem Transport von Photovoltaik-Modulen nach Europa beziehungsweise in die Schweiz entstehen. Der temporäre Anstieg der Treibhausgasemissionen im Jahr 2040 ist auf zusätzliche Stromimporte zurückzuführen, die infolge der Stilllegung des Kernkraftwerks Gösgen erforderlich werden. Darüber hinaus geht das VSE-Modell Energiezukunft 2050 davon aus, dass zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Winterhalbjahr Gaskraftwerke als ergänzende Produktion notwendig sein werden. Die verbleibenden direkten (Scope 1 und 2) CO₂-Emissionen der Schweizer Stromproduktion im Jahr 2050 stammen daher überwiegend aus fossil betriebenen Gaskraftwerken.
So wird der CO₂-Gehalt des Stroms berechnet
Der VSE berechnet den CO₂-Gehalt des Stroms, der in der Schweiz tatsächlich konsumiert wird – also den sogenannten «Strom ab Steckdose». Die Berechnung des historischen CO₂-Gehalts stützt sich auf öffentlich zugängliche, stündliche Daten zur inländischen Stromproduktion und berücksichtigt zusätzlich den kommerziellen Stromhandel (Importe und Exporte). So lässt sich der CO₂-Gehalt des tatsächlichen Verbrauchsmixes realitätsnah bestimmen. Dabei werden sowohl direkte Emissionen (Scope 1) als auch vorgelagerte Emissionen aus der Stromproduktion (Scope 3) einbezogen.