Wasserkraftwerk Aarau: Ergänzte Unterlagen liegen öffentlich auf

Die ergänzten Unterlagen zum Projekt «Optimierung Wasserkraftwerk Aarau» liegen vom 24. August bis 22. September 2026 öffentlich auf. Im Rahmen der vom Verwaltungsgericht Aargau geforderten Ergänzungen des im Jahr 2021 eingereichten Projekts wurden zahlreiche Varianten erneut geprüft. Das geplante Projekt stellt aus Sicht der Stromproduktion, des Hochwasserschutzes, der Umweltverträglichkeit und der Wirtschaftlichkeit weiterhin die beste Lösung für die langfristige Stromversorgung in der laufenden Konzessionsperiode bis 2093 dar.
20.08.2026

Das ist eine Medienmitteilung von Eniwa – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.

 

Das geplante Wasserkraftprojekt «Optimierung Kraftwerk Aarau» von 2021 stärkt die regionale Versorgungssicherheit. Rund 50 Prozent der Energieproduktion entfallen auf das Winterhalbjahr. Gleichzeitig ermöglicht das Erneuerungsprojekt eine Produktionssteigerung von über 20 Prozent über das gesamte Jahr. Der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) wurde mit den Einflüssen des Unterwerks ergänzt und aufgrund der bereits ausgeführten Teilprojekte wie dem Umgehungsgewässer Schönenwerd, der Verbreiterung Fuss- und Veloweg Wehrbrücke und dem Dotierkraftwerk aktualisiert.

Beurteilung der geprüften Varianten

Die Eniwa hat die Varianten für die Erneuerung des Kraftwerks Aarau nochmals umfassend geprüft und miteinander verglichen. Untersucht wurden insbesondere unterschiedliche Lösungen zum Erhalt oder Rückbau des Mitteldamms sowie zur Gestaltung des Kraftwerks. Die Varianten wurden anhand der Kriterien Umwelt, Energieproduktion, Ortsbildschutz gemäss ISOS und Wirtschaftlichkeit bewertet. Die Gesamtbeurteilung bestätigt das 2021 eingereichte Projekt als vorteilhafteste Variante. Es erreicht eine Produktionssteigerung von mehr als 20 Prozent, weist von den vertieft untersuchten Lösungen die beste Umweltbewertung auf und ist zugleich die wirtschaftlichste Lösung. Varianten mit einem vollständigen oder teilweisen Erhalt des Mitteldamms schneiden insgesamt schlechter ab. Sie erfordern teilweise eine Verbreiterung des Oberwasserkanals, zusätzliche Landflächen und unverhältnismässige Eingriffe in das Grundwasser und Fruchtfolgeflächen oder bestehende Infrastrukturen (110 kV-Leitung). 

Sicherstellung des Hochwasserschutzes

Eine zentrale Anforderung an das neue Wasserkraftwerk ist der verbesserte Hochwasserschutz im Aarauer Schachen. Wie wichtig dieser ist, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre: Während des Neubaus des Dotierkraftwerks kam es 2021 an insgesamt 55 Tagen zu einem Wehrüberfall. In der Spitze führte die Aare rund 1100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Damit liegen Hochwasserereignisse, wie wir sie bereits heute erleben, nicht mehr allzu weit von den Dimensionen eines tausendjährlichen Hochwassers entfernt.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Wasserkraftwerks und den dafür vorgesehenen speziellen Wehrklappen wird der Hochwasserschutz deutlich verbessert. Künftig ist die Stadt Aarau vor einem tausendjährlichen Hochwasser entlang der Konzessionsstrecke des Kraftwerks geschützt – bei Abflüssen von bis zu 1700 Kubikmetern pro Sekunde. Das Projekt erhöht damit nicht nur die erneuerbare Stromproduktion, sondern verbessert gleichzeitig den Schutz von Menschen und Infrastruktur in Aarau. (Eniwa)