Das ist eine Medienmitteilung von BKW – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.
Der Swiss Energypark, der das Versorgungsgebiet des Stromnetzes der Société des Forces électriques de La Goule mit rund 21’000 Einwohnerinnen und Einwohnern umfasst, verzeichnete im Jahr 2025 eine erneuerbare Stromproduktion von 134,45 GWh. Bei einem Gesamtverbrauch von 166,96 GWh entspricht dies einem weiterhin hohen Grad an energetischer Eigenversorgung.
Windenergie bleibt tragende Säule
Alle Windkraftwerke im Swiss Energypark leisteten mit insgesamt 86,50 GWh beziehungsweise 64 Prozent der Gesamtproduktion den grössten Beitrag. Das Jahr 2025 war europaweit von aussergewöhnlich schwachen Windverhältnissen geprägt – eine seltene meteorologische Konstellation, die viele europäische Windparks betraf. Auch am Standort Juvent waren die Bedingungen anspruchsvoll. Trotz dieses Umfelds produzierte das Windkraftwerk Juvent 72,6 GWh und lag damit vier Prozent über dem budgetierten Jahreswert. Die Windenergie bleibt insbesondere im Winterhalbjahr ein zentraler Pfeiler für die Versorgungssicherheit.
Wasserkraft auf tiefem Niveau
Mit 16,29 GWh (zwölf Prozent der Gesamtproduktion) verzeichnete das Wasserkraftwerk La Goule die tiefste Produktion seit mehreren Jahrzehnten. Ursache waren rückläufige Wassermengen sowie regulatorische Anpassungen, die höhere Restwassermengen zur Einhaltung der französischen Umweltvorgaben vorsehen. Die Entwicklung zeigt die zunehmende Abhängigkeit der Wasserkraft von klimatischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Solarenergie wächst weiter – Winter bleibt Herausforderung
Die Solarenergie setzte ihren Ausbau fort und erreichte mit 31,66 GWh einen Anteil von 24 Prozent an der Gesamtproduktion. Die Photovoltaikanlage Mont-Soleil produzierte 537,30 MWh und lag damit nahe bei ihrem langjährigen Durchschnitt – trotz über 30 Jahren Betriebsdauer. Eine gemeinsame Analyse von EPFL, CSEM und BFH bestätigt mit einer kumulierten Leistungsdegradation von unter 8,5 Prozent die hohe Langzeitstabilität der Anlage. Im Netzgebiet von La Goule sind inzwischen rund 20 Prozent der Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, deutlich mehr als im Schweizer Durchschnitt (rund 15 Prozent).
Die starke Sommerproduktion erhöht die jährliche Autonomie der Region. Gleichzeitig bleibt das Winterdefizit eine zentrale Herausforderung für die Stromversorgung der Schweiz. Projekte wie MontSol, entwickelt im Rahmen der Solar-Express-Massnahmen des Bundes, zielen darauf ab, die Produktion in der kalten Jahreszeit gezielt zu stärken und damit die Importabhängigkeit zu reduzieren.
Netzintegration: intelligente Lösungen statt Überdimensionierung
Mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik treten in sehr sonnigen Sommerperioden vermehrt lokale Produktionsspitzen auf. Diese dauern meist nur kurze Zeit, erfordern jedoch erhebliche Netzkapazitäten, wenn sie vollständig aufgenommen werden sollen. Eine ausschliesslich infrastrukturelle Lösung würde hohe Kosten verursachen. Deshalb werden ergänzend technische Massnahmen wie das sogenannte Peak Shaving geprüft. Analysen im Auftrag des Bundesamts für Energie zeigen, dass eine Begrenzung der Einspeiseleistung auf 70 Prozent der Wechselrichterleistung nur marginale finanzielle Auswirkungen hat – für typische Einfamilienhausanlagen im Bereich weniger Franken pro Jahr – gleichzeitig aber die Netzbelastung deutlich reduziert. Solche Ansätze ermöglichen es, Netzinvestitionen gezielt und wirtschaftlich zu planen und die Integration erneuerbarer Energien systemdienlich weiterzuentwickeln.
Pilotregion für die Energiezukunft
Trotz eines schwachen Wasserkraftjahres, unterdurchschnittlicher Windverhältnisse und einer solaren Produktion im Bereich des langjährigen Mittels konnte der Swiss Energypark im vergangenen Jahr 81 Prozent des jährlichen Strombedarfs mit lokal produzierter, erneuerbarer Energie decken. Der Swiss Energypark bestätigt damit seine Rolle als Pilotregion für die Energiewende. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern werden Lösungen entwickelt, um die Versorgungssicherheit zu stärken und den steigenden Anteil erneuerbarer Energien nachhaltig in das Schweizer Energiesystem zu integrieren.
Der Swiss Energypark erstreckt sich über ein 251 km2 grosses Gebiet zwischen dem Kanton Jura und dem Berner Jura. Er beherbergt unter anderem die Windstromproduktion von Juvent sowie die Wasserkraftproduktion des Staudamms La Goule. Dieses Gebiet ist einzigartig, da sein Strombedarf nahezu vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Der Swiss Energypark weist ähnliche Eigenschaften auf wie jene, welche die Schweiz bis 2050 erreichen möchte. Er dient somit als Labor unter realen Bedingungen, um die Herausforderungen zu antizipieren, denen sich die Stromverteilnetze stellen müssen. Der Swiss Energypark beweist in kleinem Massstab, dass es möglich ist, durch Intelligenz und Innovation ein zuverlässiges Verteilnetz zu betreiben, das alle Haushalte mit einem lokal erzeugten und zu 100 Prozent erneuerbaren Energiemix versorgt. Das Netz der Société des Forces électriques de la Goule ist Teil des Swiss Energyparks. (BKW)