KWO baut neues, flexibles Pumpspeicherwerk Grimsel 4

Die KWO baut ab Juni 2026 mit Grimsel 4 ein neues Pumpspeicherwerk zwischen dem Grimselsee und dem Räterichsbodensee. Grimsel 4 dient dazu, den Betrieb der gesamten Anlage der KWO flexibler zu gestalten, den Wasserhaushalt zwischen den beiden Speicherseen zu vergrössern und damit zu optimieren.
27.03.2026

Das ist eine Medienmitteilung von KWO – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.

 

Im komplexen Kraftwerkssystem der KWO besteht derzeit zwischen den beiden Seen Grimselsee und Räterichsbodensee ein Engpass. Mit dem Pumpspeicherwerk Grimsel 4 lässt sich diese systemische Lücke schliessen, so dass die Kapazitäten über alle drei Kraftwerkskaskaden der KWO besser aufeinander abgestimmt und damit effizienter sind.

Zwei flexible Maschinen – optimal für Schwankungen im Stromnetz

Eine Stärke des Pumpspeicherwerks Grimsel 4 ist seine Flexibilität, die es der KWO ermöglicht, äusserst flexibel auf Schwankungen im Stromnetz zu reagieren. Für Grimsel 4 sind zwei Kraftwerksmaschinen geplant, die sowohl Wasser pumpen als auch Wasser turbinieren können; es sind sogenannte reversible Pumpturbinen. Jede dieser Pumpturbinen verfügt über eine Maximalleistung von 84 Megawatt und kann 35 m³ Wasser pro Sekunde bewegen. Ein sogenannter Frequenzumrichter ermöglicht es, die Drehzahl der Maschine zu verändern und so die Leistung im Pumpbetrieb stufenlos anzupassen. Ebenfalls kann dadurch auch der Turbinenbetrieb effizienter gestaltet werden. Die Produktion lässt sich folglich optimal an die Stromnachfrage anpassen. Mit dem Pumpspeicherwerk Grimsel 4 kann die KWO schnell auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Mit dem Kraftwerk lassen sich zudem primäre und sekundäre Regelenergie produzieren, was für die Netzstabilität im Hochspannungsnetz essenziell ist.

Unterirdische Bauweise ohne Beeinträchtigung der Landschaft

Alle neuen Anlagen für das Pumpspeicherwerk Grimsel 4 werden unterirdisch erstellt und mit bestehenden Kraftwerksanlagen der KWO verbunden. Die Bauarbeiten dauern ganzjährig von Juni 2026 bis voraussichtlich Februar 2032. Zentraler Teil des Projekts ist die Kraftwerkszentrale im Innern des Bergs, mit deren Ausbruch Anfang 2028 begonnen wird. Weiter werden zwei Rohrsysteme realisiert, durch welche das Wasser aus dem Grimselsee in den Räterichsbodensee und retour fliessen kann (oberwasserseitiges Triebwassersystem mit Einlaufbauwerk und Drosselklappenkammer, Vertikalschacht, Kavernenzentrale, unterwasserseitiges Triebwassersystem mit Unterwasserstollen und Auslaufbauwerk sowie der Erschliessungsstollen ab Gerstenegg). Durch das Projekt entstehen keine zusätzlichen Einstauflächen und keine längerfristig sichtbaren Bauwerke. Die Konzession und die Seite 2/2 Baubewilligung für das Pumpspeicherwerk Grimsel 4 liegen bereits vor. Die Kosten belaufen sich auf rund 300 Millionen Franken. (KWO)