Das ist eine Medienmitteilung des EWN – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.
Das EWN steht auch nach dem Geschäftsjahr 2025 auf einer sehr guten finanziellen Basis und schliesst das Jahr mit einem Gewinn von CHF 15.02 Mio. (+41 %) und einem Umsatz von CHF 68.04 Mio. ab. Dies unterstreicht die erfolgreiche Balance zwischen dem öffentlichen Leistungsauftrag und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Entsprechend zufrieden zeigt sich Remo Infanger, Direktor des EWN: «Wir konnten einen sehr erfreulichen Gewinn erwirtschaften. Dies trotz geringerer Stromproduktion der Wasserkraft sowie des langen Ausfalls des Kernkraftwerks Gösgen.» 2025 hat das EWN in seinen Wasserkraftwerken und denjenigen der Beteiligungen 140.72 Mio. kWh erneuerbaren Strom produziert. Dies liegt 17 % unter dem Vorjahr und ist im Wesentlichen auf die geringe Schneelage im Winter sowie tiefe Niederschläge vom Frühjahr bis Herbst zurückzuführen. Damit stieg der Beschaffungsbedarf von Strom am Handelsmarkt und brachte höhere Beschaffungskosten. «Dank unserem kostenbewussten Umgang mit unseren Ressourcen, einer hohen Effizienz und dem sehr guten Finanzergebnis können wir einen ausgezeichneten Jahresgewinn ausweisen. Die erwirtschafteten Mittel fliessen direkt in strategische ‘Generationenprojekte’, die Nidwaldens Unabhängigkeit in der Energieversorgung stärken und die Zukunft des Unternehmen langfristig sichern.»
Generationenprojekte für Nidwalden
Das EWN versteht Diversifikation als strategische Absicherung in Zeiten von sehr volatilen Energiemärkten und der erwarteten, vollständigen Marktöffnung. Durch den Ausbau der Bereiche Wärme und Telekommunikation sichert das Unternehmen seine langfristige Rentabilität auch zugunsten des Kantons.
- Seewasser-Wärmeverbunde: In Buochs schreitet der Bau der ökologischen Wärmegewinnung voran. Bis Ende 2025 haben sich bereits 67 Liegenschaften für einen Anschluss entschieden. Im Endausbau werden jährlich 2000 Tonnen CO2 Für das Projekt in Hergiswil wurde im Juni 2025 die Baueingabe eingereicht, der Baustart ist für 2026 geplant.
- Grossbatteriespeicher BESS (Battery Energy Storage System): Ein Meilenstein für die künftige Netzstabilität ist einer der grössten Batteriespeicher der Zentralschweiz in Buochs. Die Anlage kann Schwankungen insbesondere durch Solarenergie innert Sekunden ausgleichen und dadurch teure Ausgleichsenergie vermeiden. Der Bau beginnt in diesem Sommer.
- Glasfaser-Rollout (FTTH): In Kooperation mit SFC und Swisscom baut das EWN ein flächendeckendes Glasfasernetz in Nidwalden. In Buochs waren per Ende Jahr bereits 450 Anschlüsse realisiert. In diesem Jahr geht der Ausbau in Oberdorf und Ennetbürgen weiter. Das schnelle Netz wird auch von der Tochtergesellschaft KFN genutzt.
- Smart Meter Rollout: Mit 13’500 installierten Zählern ist die Modernisierung der Messinfrastruktur voll auf Kurs. Bis Ende 2027 werden in Nidwalden über 25’000 Stromzähler ersetzt sein. Ergänzt wird das System mit einem laufend optimierten Kundenportal.
- Neubau Hauptsitz: Das Vorprojekt für den neuen Hauptsitz im Gewerbegebiet Faden in Buochs ist abgeschlossen. Das moderne, energieoptimierte Gebäude auf möglichst wenig Land verbessert die Betriebsabläufe sowie die Betriebssicherheit, sei dies betreffend Hochwasser, Brandschutz, Zugänglichkeit oder Cybersicherheit. Die Planungen für die Baueingabe im Sommer laufen auf Hochtouren.
Sichere Stromversorgung
Das Investitionsvolumen erreichte 2025 mit knapp CHF 17 Mio. einen Höchststand, wenngleich regulatorische und bewilligungstechnische Verzögerungen dazu führten, dass nicht alle geplanten Vorhaben im vollen Umfang realisiert werden konnten. Für die langfristige und sichere Stromversorgung im Kanton Nidwalden wurde im vergangenen Geschäftsjahr erneut in die Netzinfrastruktur investiert. Durch den Ersatz von Freileitungen durch erdverlegte Kabel erhöht sich die Versorgungssicherheit, da diese deutlich weniger anfällig für Umwelteinflüsse sind. Gleichzeitig trägt die Massnahme zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes bei. Die Zahlen zeigen, mit Erfolg: mit einer durchschnittlichen Dauer von 12 Sekunden ungeplantem Stromausfall pro Kunde hat das EWN einen sehr ambitionierten Zielwert erreicht, der auch unter dem Schweizer Durchschnitt liegt.
Vorteile für Nidwalden
Neben der zuverlässigen Stromversorgung und der Förderung der erneuerbaren Energie aus der Region gehört das EWN seit Jahren zu den Stromversorgern mit den tiefsten Strompreisen. Davon profitieren die Bevölkerung und die Wirtschaft. Dank der hohen lokalen Wertschöpfung flossen im vergangenen Geschäftsjahr CHF 22.5 Mio. an Anspruchsgruppen im Kanton Nidwalden. Umgerechnet auf die Bevölkerung sind das 494 Franken pro Nidwaldnerin und Nidwaldner. Die Beiträge an den Kanton betragen CHF 7.3 Mio. und umfassen Gewinnausschüttung, Kapitalzinsen, Wasserzinsen und Konzessionsgebühren. Insgesamt wurden Aufträge im Umfang von rund CHF 6.7 Mio. an Nidwaldner Unternehmen vergeben. Weitere CHF 1.4 Mio. wurde an die Nidwaldner Stromproduzenten rückvergütet und rund CHF 6.1 Mio. beträgt die Bruttolohnsumme der im Kanton wohnhaften Mitarbeitenden.
Attraktiver Arbeitgeber in dynamischem Marktumfeld
Mit dem Ausbau der neuen Bereiche wuchs auch die Belegschaft im vergangenen Jahr auf 128 Mitarbeitende (+14 Personen). Mit einer Teilzeitquote von 31 % und attraktiven Anstellungsbedingungen positioniert sich das EWN als moderner Arbeitgeber. Ein besonderes Augenmerk gilt der Ausbildung: 11 Lernende sind derzeit beim EWN tätig, wobei mit der Geomatik seit letztem Sommer eine neue Fachrichtung ausgebildet wird. Eine umfassende Führungsausbildung stellt sicher, dass das Team für die zunehmend komplexen Anforderungen gerüstet ist.
Ausblick 2026
Im Jahr 2026 wird das EWN die Umsetzung des neuen Stromgesetzes vorantreiben. Weitere Schwerpunkte sind der Baustart des Grossbatteriespeichers sowie die Baueingabe für den neuen Hauptsitz. Das EWN bleibt der verlässliche Partner für eine nachhaltige und unabhängige Energiezukunft in Nidwalden. (ewn)