Berner Energieversorger fordern stärkere Beteiligung an der Kraftwerke Oberhasli AG

Die Wassernutzungskonzessionen der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) laufen im Jahr 2042 aus und bedürfen einer Erneuerung. Aktuell befinden sich die Aktien sowie die damit verbundenen Nutzungsrechte im Eigentum der BKW, von Energie Wasser Bern (ewb), den Industriellen Werken Basel (iwb) und der Stadt Zürich. Das Konsortium EVU Bern macht sich für eine Erhöhung der Berner Anteile stark.
06.03.2026

Das ist eine Medienmitteilung von IBI – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des VSE wieder.

 

Rund die Hälfte der Bevölkerung im Kanton Bern wird nicht direkt von den bisherigen KWOAktionärinnen BKW und ewb versorgt, sondern von weiteren Berner Energieversorgungsunternehmen (EVU). Diese Unternehmen haben bislang keinen direkten Zugang zur Energieproduktion und zu den bedeutenden Speicherkapazitäten der Wasserkraftanlagen im Haslital. Das Konsortium EVU Bern setzt sich zum Ziel, diese Situation zu ändern. Zu diesem Zweck strebt das Konsortium eine Beteiligung über eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft, der EVU Bern AG an. Diese Gesellschaft soll interessierte Energieversorgungsunternehmen aus dem gesamten Kanton bündeln und gemeinsam mit den bestehenden Berner Aktionärinnen und Aktionären eine breit abgestützte, mehrheitlich bernische Lösung für die zukünftige Eigentümerstruktur der KWO ermöglichen.


Die regierungsrätliche Konzessionsstrategie Wasserkraft wurde in der Wintersession des Grossen Rates zurückgewiesen. Dies mit dem klaren Auftrag an den Regierungsrat, die Stellung der Berner Energieversorgungsunternehmen insgesamt zu stärken. Das Konsortium EVU Bern konkretisiert diesen politischen Auftrag und fordert den Regierungsrat des Kantons Bern auf, die Konzessionsstrategie entsprechend zu überarbeiten.


In der überarbeiteten Konzessionsstrategie soll festgehalten werden, dass weitere bernische Energieversorgungsunternehmen über die Beteiligungsgesellschaft EVU Bern AG eine vollwertige Beteiligung von 5 bis 10 Prozent an der Kraftwerke Oberhasli AG erwerben können. Ein zentrales Ziel dieser erweiterten Beteiligung ist es, die erneuerbare Stromerzeugung mit den geplanten Ausbau- und Erweiterungsprojekten der KWO konsequent und mit hoher Geschwindigkeit voranzutreiben.


Vorteile einer erweiterten Berner Beteiligung

  • Stabilisierung der Strompreise
    Der direkte Zugang zu flexibler, erneuerbarer Wasserkraft und umfangreichen Speicherkapazitäten erhöht die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig hat dies positive Auswirkungen auf die langfristige Preisgestaltung in der Grundversorgung für alle Berner Endkundinnen und Endkunden.
  • Stärkung des Wirtschafts- und Wohnstandorts Bern
    Die Erträge aus der bernischen Wasserkraft verbleiben vermehrt im Kanton. Dadurch wird die regionale Wertschöpfung gesichert und langfristig ausgebaut.
  • Breite Verankerung und höhere Akzeptanz
    Ein breit aufgestelltes Aktionariat fördert die gesellschaftliche Zustimmung zu wichtigen Grossprojekten der KWO wie Trift, Grimselsee und Oberaar. Gleichzeitig stärkt es die politische und gesellschaftliche Unterstützung für die Energiewende im Kanton Bern. (IBI)