Die Nutzung von Flexibilität ist in den drei Bereichen Markt, System und Netz essenziell, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Flexibilitäten werden von unterschiedlichen Stakeholdern in verschiedenen Rollen genutzt, was zu Zielkonflikten zwischen den drei Einsatzarten führen kann.
Die Guidelines des VSE geben eine erste Hilfestellung, potenzielle Interessenskonflikte zu vermeiden oder zu lösen. Sie verfolgen das Ziel, die Flexibilitäten unter Wahrung von Netzkapazität, Netz- und Systemsicherheit möglichst rasch, effizient und umfassend nutzbar zu machen. Die Branchenregeln sollen nichtdiskriminierend sein, die System- und Netzstabilität stützen sowie vor allem marktgetriebene Flexibilitätsnutzung und Geschäftsmodelle ermöglichen.
Mehr zu den Guidelines und Grundsätzen
Die Guidelines geben vor, dass Eigentümer:innen von Flexibilität diese grundsätzlich frei einsetzen und vermarkten können. Flexibilitäten sollen möglichst über den Markt beschafft und eingesetzt werden. Eine Ausnahme bildet die gesetzlich garantierte Nutzung durch den Verteilnetzbetreiber. Jede Nutzung von Flexibilitäten muss die Netzsicherheit und die verfügbaren Netzkapazitäten berücksichtigen. Notwendige, technisch begründete Einschränkungen müssen objektiv, temporär und am volkswirtschaftlichen Optimum orientiert sein, so dass Zielkonflikte zwischen system-, netz- und marktdienlichen Einsätzen vermieden oder aufgelöst werden können.
Die Grundsätze präzisieren die Rechte und Pflichten der Akteure und veranschaulichen deren Anwendung anhand von Beispielen. Sie stellen unter anderem klar, dass die vermarktete Flexibilität zum Abrufzeitpunkt jederzeit vollständig verfügbar sein muss, dass Einspeise- und Bezugsleistungen im gegenseitigen Einvernehmen vertraglich eingeschränkt werden können und dass die Teilnahme an den Flexibilitätsmärkten sämtlichen Flexibilitätsnutzern und Flexibilitätsinhabern offensteht, sofern diese die relevanten gesetzlichen und branchenspezifischen Anforderungen erfüllen.
Die VSE Guidelines und Grundsätze sind ein erster Schritt und werden im Lauf der Entwicklungen hinsichtlich zukünftiger Herausforderungen weiter ergänzt.