Über den Wert einer weitestgehend unabhängigen, sicheren und nachhaltigen Stromversorgung sind sich in diesen Tagen und Wochen alle einig. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr nur eine Randnotiz in der öffentlichen Debatte. Viele Rezepte kursieren, wie die Schweiz die Energie- und Klimaziele erreicht. Fokussiert wird dabei auf eine hinreichende inländische erneuerbare Stromproduktion – gewiss die eine Hälfte der Miete. Die andere Hälfte jedoch wird sträflich ausgeblendet. Dabei ist es sonnenklar: Ohne Netz, kein Strom. Wir können produktionsseitig noch so hochfahren – es nützt alles nichts, wenn wir den Strom nicht dorthin befördern können, wo er verbraucht wird. Strom und Netz bedingen sich gegenseitig.
Unser über die letzten 150 Jahren gewachsenes Stromnetz ist Spitzenklasse, im Schnitt fällt es hierzulande nur rund 20 Minuten aus. Man beneidet uns dafür. Möglich machen es die durchschnittlich 1,2 Milliarden Franken, die schon im heutigen Energiesystem jährlich in die Stromnetze fliessen – und dies allein in den Unterhalt. Wer nun glaubt, man könne so weiterfahren, irrt gewaltig. Die tiefgreifende Umwandlung des Energiesystems bedarf einer Netzinfrastruktur, die den sich wandelnden, neuen Anforderungen gerecht wird. Erhalten reicht nicht. Wir müssen die Netze anpassen, modernisieren und nötigenfalls ausbauen. Das ist schlicht und einfach Realität, wollen wir die Energie- und Klimaziele erreichen. Eine Realität, die nicht gratis zu haben ist.