Die geopolitische und humanitäre Katastrophe, die sich in Europas Osten abspielt, rüttelt uns auf. Sie wird weitreichende Folgen haben – auch für die Energieversorgung.
Unsere Energiezukunft auf einheimische erneuerbare Energien und eine solide Kooperation in Europa zu bauen, wird nun umso dringlicher. Bundesrat und Parlament sind schon an der Arbeit. Dabei droht jedoch ein entscheidendes Element wieder einmal durch die Maschen zu fallen. Die Produktion ist nämlich für eine sichere Energieversorgung nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist das Stromnetz: Ohne Netz kein Stromtransport vom Kraftwerk zu den Verbrauchszentren, keine Solidarität mit oder aus Europa, auch kein lokaler Stromverbrauch, und schon gar keine Elektrifizierung.
Das Netz muss mit der Entwicklung der zentralen und dezentralen Produktion und Speicher mithalten können, wie auch mit der Veränderung des Verbrauchs durch Wärmepumpen und E-Autos. Das über die letzten 150 Jahre gewachsene Netz ist das Fundament. Doch es kann nicht einfach als gegeben angesehen werden: Es muss ständig gehegt und gepflegt und an die neuen Erfordernisse herangeführt werden. Dafür muss es ausgebaut und modernisiert werden, auch mit den neuen digitalen Möglichkeiten.