Strommarkt

Der Stromaustausch zwischen den Stromversorgern und über die Landesgrenzen hinweg ist so alt wie die elektrische Versorgung selbst. Die Liberalisierung des Strommarktes, beginnend in den 1990er-Jahren, wie auch das Hinwirken auf einen europäischen Strombinnenmarkt, haben den europäischen Stromhandel deutlich vergrössert. Die Einbindung der Schweiz in den europäischen Strombinnenmarkt ist von hoher Wichtigkeit, nicht nur für die Schweiz.

Stromdrehscheibe Schweiz

Ein Zehntel des gesamten Stroms, der zwischen den Ländern Europas ausgetauscht wird, fliesst durch die Schweiz. Der Strom wird auf Höchstspannungsleitungen übertragen, die Europa in einem dichten Netz überziehen. Diese Höchstspannungsleitungen wurden ursprünglich zum Energieaustausch zwischen Stromversorgern aus verschiedenen Ländern gebaut – für den Fall von Kraftwerksausfällen und Produktionsengpässen. Der Stromaustausch zwischen den Stromversorgern und über die Landesgrenzen hinweg ist so alt wie die elektrische Versorgung selbst.

Für wettbewerbsfähige Preise

Strom wird auf verschiedenen europäischen Strombörsen sowie bilateral über Broker-Plattformen (OTC-Handel) gehandelt. Die Schweizer Handelshäuser gehören zu den führenden Marktteilnehmern.

Eine Kaskade von unterschiedlichen Produkten wird dabei gekauft und verkauft. Diese geht von langfristigen Produkten wie Jahres- oder Quartals- und Monatskontrakten bis zu kurzfristigen Produkten, wie Day Ahead und Intraday. Auch Systemdienstleistungen werden vom Übertragungsnetzbetreiber auf dem Markt beschafft.

Die Schweizer Wasserkraft trägt mit 60 Prozent zur Schweizer Stromversorgung bei. Sie ist zudem dank ihrer Flexibilität und sekundengenauen Abrufbarkeit sehr wertvoll. Auch die Schweizer Pumpspeicherkraftwerke spielen eine Schlüsselrolle, denn sie können überschüssige Energie in Zeiten mit geringer Nachfrage hinaufpumpen und speichern. Zu einem späteren Zeitpunkt, bei hoher Nachfrage, produzieren sie dann den benötigten Strom. In Europa prägen vor allem Gas-, Stein-, Braunkohle und Kernkraftwerke sowie Wasserkraft den Strommix - neben dem in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Anteil an PV- und Windkraftanlagen.  

Die gehandelten Grosshandelspreise können auf folgenden Plattformen abgerufen werden:

Strommarktdesign

Das Strommarktdesign basiert in der Schweiz wie auch in ganz Europa auf dem sogenannten Energy-Only-Markt. Das bedeutet, dass nur die tatsächlich gelieferte Menge an Strom (Arbeit) vergütet wird. Die Bereitstellung von Kapazität (Leistung) wird nicht monetär abgegolten. Einen Deckungsbeitrag an die Bereitstellung der Kapazität erhalten die Kraftwerke nur, wenn die variablen Kosten ihrer Stromproduktion unter den erzielten Strompreisen liegen.

Mit dem deutlichen Anstieg an erneuerbaren Energie, hat auch der Anteil an Strom, der zu tiefen variablen Preisen produziert werden kann, zugenommen. Der Deckungsbeitrag zur Bereitstellung von Kraftwerkskapazitäten ist daher ebenfalls gering. Anreize für Investitionen in bestehende und neue Anlagen fehlen daher. Viele Länder innerhalb der EU haben darum das Strommarktdesign (Energy-Only-Markt) mit weiteren Elementen – den Kapazitätsmechanismen – ergänzt.

Auch in der Schweiz soll das Strommarktdesign mit der Revision des Stromversorgungsgesetzes angepasst werden.