Europäische Netzbetreiber starten Klima-Initiative

Acht europäische Übertragungsnetzbetreiber, darunter auch Swissgrid, wollen sich verstärkt für eine klimaneutrale Gesellschaft bis 2050 einsetzen. Das Stromnetz soll zum Rückgrat eines grüneren Energiesystems werden – und Erneuerbare optimal integrieren.
02.08.2021

Die deutsche Amprion, die italienische Terna, Swissgrid...insgesamt acht Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Schweiz haben eine gemeinsame Initiative gestartet, die ihre entscheidende Rolle bei der Energiewende hervorhebt und konkrete Beispiele für unterstützende Massnahmen nennt.

Die Gruppe will einerseits den CO2-Fussabdruck der eigenen Wertschöpfungskette verkleinern, andererseits den Ausbau und die Weiterentwicklung der Stromnetze unterstützen – um Erneuerbare und Flexibilitäten besser in das System zu integrieren. Die ÜNB wollen die direkte und indirekte Elektrifizierung verschiedener Wirtschaftssektoren vorantreiben – mit Strom, der zunehmend aus erneuerbaren Primärenergien stammt. Dies die wichtigsten Massnahmen, die in der gemeinsamen Erklärung «Decarbonising the Energy System – The role of Transmission System Operators» festgehalten wurden.

«Die Netzbetreiber müssen ein zunehmend komplexes und digitalisiertes Energieversorgungssystem verwalten, in dem die VerbraucherInnen in der Lage sind, eine aktive Rolle zu übernehmen»

Im Kern müssen ÜNB die sichere und qualitativ hochwertige Lieferung von Strom über nationale und europaweit verbundene Übertragungsnetze garantieren – doch die Rolle dieser Unternehmen sei umfassender geworden, so die Erklärung. «Während sich Europa auf die Klimaneutralität vorbereitet, müssen die Netzbetreiber ein zunehmend komplexes und digitalisiertes Energieversorgungssystem verwalten, in dem der Anteil fluktuierender erneuerbarer Energiequellen und der Stromnutzungen wächst – und in dem die Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend in der Lage sind, eine aktive Rolle zu übernehmen».

Die ÜNB würden so zum Rückgrat eines grüneren Energiesystems werden, was auch einen neuen Blick auf ihre Leistung erfordere: «Eine Bewertung der Leistung der ÜNB in Bezug auf Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung sollte sich nicht auf die Bewertung ihres CO2-Fussabdrucks beschränken. Ihre Aktivitäten sollten in den Treibhausgasinventaren des gemeinsamen Bewertungs- und Monitoring-Rahmens eindeutig erwähnt werden – neben den Treibhausgasquellen, die bereits mit ihrer Klimabilanz assoziiert werden».

D
ie Erklärung der acht ÜNB enthält einen detaillierten Überblick über ihre Aktivitäten und ihren Beitrag zur Dekarbonisierung der europäischen Gesellschaft. Sie beinhaltet zudem eine Reihe von Vorzeigeprojekten zur Netzwartung und -entwicklung.