«Gemeinsam in eine nachhaltige, integrierte und smarte Energiezukunft» – so lautet der Untertitel zu den kürzlich publizierten «15 pledges to customers», die von knapp 100 Energieunternehmen wie E.ON und Verbänden wie dem BDEW unterzeichnet wurden. Das Ziel des Unterfangens: Die eigenen Kunden in Bezug auf die Energiewende unterstützen. Denn Verbraucher und Gemeinschaften sind direkt am Puls der Energiewende – vorausgesetzt, sie können auf die passenden Produkte, Dienstleistungen und relevanten Informationen zählen.
Der Wille ist da – die Hürden aber auch
Der europäische Branchendachverband Eurelectric, das Beratungsunternehmen Accenture und europäische Stromverbände haben gemeinsam erhoben, was Kunden noch von einer aktiven Teilnahme an der Energiewende abhält – und was die verschiedenen Player im Energiesystem beitragen können, um diese Hürden zu beseitigen. Gemäss der Studie «Seeking shared success» sind Kunden sehr wohl bereit, die Energiewende mitzutragen. Doch bei den Aspekten «Regulation», «Finanzierung», «Bewusstsein» und «Vertrauen» gibt es noch Verbesserungspotenzial. So sieht sich die Kundschaft etwa mit einer breiten Palette an Massnahmen konfrontiert, mit der sie ihren CO2-Fussbadruck schmälern könnte. Sie müsste aber mehr Informationen zu allen Kosten und Vorteilen haben – und zwar individualisierte Informationen, um besser vergleichen zu können.
Neue Technologien wie Smart Home generieren einen Wust von wertvollen Daten. Noch herrscht aus Kundensicht jedoch keine Klarheit, wofür eigene Nutzerdaten verwendet und mit wem sie geteilt werden. Die Kostenfrage ist ebenfalls eine Krux für die Energiewende: Oft könnten Haushalte mit geringem Einkommen am meisten von Technologien wie Photovoltaik, Wärmepumpe, Elektroauto und Hausbatterie profitieren. Doch sie sind auch jene Kundengruppe, die sich solche Technologien am wenigsten leisten kann.