Es sind stürmische Zeiten für Projektleitende von Windkraftanlagen. Gleich zwei Vorhaben wurden innert wenigen Tagen kräftig durchgewirbelt. Zunächst ordnete das Bundesgericht an, dass der neu geplante Windpark Grenchenberg wegen des Vogelschutzes verkleinert werden muss. Ob die städtischen Werke Grenchen (SWG) den Windpark unter den neuen Auflagen bauen, ist offen. Und dann bremste die Bevölkerung Rickenbachs ein Windkraftprojekt auf dem Stierenberg ein, indem sie Ja zu einer Initiative sagte, die eine Schutzzone verlangt, wo das geplante Windrad hinkommen würde. Das Projekt hat Mitte-Nationalrätin Priska Wismer-Felder gemeinsam mit ihrem Mann initiiert. Es sieht den Bau von drei Anlagen vor, die rund 4600 Haushalte mit jährlich 20.7 Gigawattstunden Strom versorgt.
Frau Wismer-Felder, sie setzen sich als Vize-Präsidentin von Suisse Éole und als Nationalrätin für den Ausbau der Windkraft ein. Wie frustrierend sind für Sie die beiden negativen Entscheide?
Die Enttäuschung ist gross. Gerade beim Windpark in Rickenbach waren wir überzeugt, mit unserem Bürgerprojekt die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns zu scharen. Leider fiel der Entscheid nun knapp zugunsten einer Schutzzone.
Was ist schiefgelaufen? Worauf fusst die tiefe Akzeptanz gegenüber der Windkraft?
Die Auseinandersetzung mit der Windenergie ist noch sehr oberflächlich. Die Bevölkerung setzt sich nicht mit dieser Technologie auseinander. Ich spüre, dass noch sehr viele Ängste, Widerstände und Vorurteile existieren. Daran müssen wir arbeiten. Denn es ist eine wichtige Technologie, eine Ergänzung zu den anderen Erneuerbaren und bringt uns vor allem bei schlechtem Wetter und im Winterhalbjahr viel Strom. Das ist noch nicht angekommen, die Vorurteile sitzen tief.