Unsere mit Abstand wichtigste einheimische Ressource steht vor einer mehrfachen Herausforderung: Sie muss sich erneuern, und sie muss mengenmässig zulegen, um den Zielen der Schweiz für eine Versorgung mit erneuerbarer Energie gerecht zu werden, vor allem im Winter. Gleichzeitig muss sie mit unterschiedlichen Anliegen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes klarkommen und konstruktive Ansätze für nachhaltige Lösungen finden. Bei alledem muss sie wirtschaftlich bleiben, um an internationalen Märkten bestehen zu können. Dabei ist der Wasserzins einer der grossen ungelösten Knackpunkte.
Seit Jahren wird um den Wasserzins gerungen. Die Diskussion hat aber bisher in die Sackgasse geführt: Seit Jahren wurden verschiedene Ansätze diskutiert – und allesamt verworfen. Das Parlament hat sich damit begnügt, das delikate Geschäft auf die lange Bank zu schieben und ein über hundertjähriges Regime mit der heutigen Preisbildung für weitere lange Jahre zu zementieren. Dieser politische Stillstand bedeutet für die Wasserkraft einen wachsenden Schaden, den die Schweiz nicht in Kauf nehmen kann. Während am Markt volatile Preise den Ton angeben, verursacht dieses starre Regime unverändert hohe und fixe Wasserzinsen, die im Schnitt einen Viertel der Gestehungskosten ausmachen. Eine derart hohe Abgabebelastung ist ein Klotz am Bein und steht im internationalen Vergleich in keinem Verhältnis.
Es ist allerhöchste Zeit, neue Denkansätze in die Diskussion zu bringen und dabei neue Wege zu beschreiten. Ganz bei null anzufangen, ist freilich nicht nötig. Es reicht, das Umfeld der Wasserkraft etwas näher anzuschauen.