Rolle und Stellenwert von H2 aus Sicht der Axpo
"Wasserstoff ist für die Energiewende ein zentraler Energieträger. Aus erneuerbaren Energien hergestellt, erlaubt er es, deren Produktion vom Verbrauch zu entkoppeln", sagt Guy Bühler, Head Hydrogen bei Axpo. "Zuerst zeitlich, weil man Wasserstoff im Gegensatz zum Strom lagern kann, aber auch geographisch, weil man ihn transportieren kann." Weiter erlaube das Gas die Dekarbonisierung verschiedener, hauptsächlich thermischer Prozesse. "Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass Sonne und Wind weltweit viel besser verteilt sind als Erdöl." Wasserstoff zu importieren bedeute also nicht, dass man sich in eine Abhängigkeit begebe, sondern dass man die Produktion von erneuerbarer Energie dorthin auslagere, wo sie sinnvoll sei.
In Bezug auf die ES2050 seien vor allem die zwei ersten Argumente relevant. "Zuerst kann die aus Wasserkraft oder Photovoltaik kommende, 'überschüssige' Energie im Sommer für den Winter gelagert werden. Zweitens kann das nach dem Auslaufen der Kernenergie unweigerlich entstehende Energiemanko mit Importen kompensiert werden." Axpo wolle in Bezug auf Wasserstoff in der Schweiz eine führende Rolle einnehmen. Als grösste Produzentin von erneuerbaren Energien werde Axpo dort, wo sinnvoll, Produktionsanlagen erstellen und Wasserstoff produzieren; als international sehr gut vernetzte Händlerin aber auch Wasserstoff aus dem Ausland importieren.
In Bezug auf das Netto-Null-Ziel sei vor allem der Import relevant. "Der Transport, vor allem der Schwertransport, sowie verschiedene Prozesse – wie zum Beispiel die Stahl-, Zement- und Düngemittelproduktion – sind fast nur mit Wasserstoff im vollen Ausmass hinzukriegen", so Bühler. "Axpo wird auch im Ausland, wo ein signifikantes Potential besteht, Produktionskapazitäten aufbauen und optimieren – und so zu diesem Ziel beitragen."