Das Geschäft mit den Bürgerbeteiligungen an Solaranlagen wächst. Immer mehr Energieversorger lassen ihre Kundinnen und Kundinnen Solarprojekte finanzieren. Und damit an der Energiewende und am Klimaschutz beteiligen. «Bürgerbeteiligungsmodelle fördern die Akzeptanz von PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden im Quartier», erklärt ein Sprecher des Elektrizitätswerks Zürich. 2014 hat das ewz mit Bürgerbeteiligungen begonnen, 27 Projekte von teilweise mehreren tausend Quadratmetern hat es seither realisiert.
Das Angebot entspricht offenbar einem Bedürfnis. Die ausgeschriebenen Projekte seien oft innert weniger Tage und Wochen ausverkauft – und dies teilweise ohne grosse Kommunikations- und Marketingmassnahmen, wie das ewz mitteilt. Auch andere Energieversorger wenden das Finanzierungsmodell an. Es scheint besonders in Städten beliebt zu sein, wo die Mehrheit der Menschen in Mietwohnungen lebt. So können sich Bürgerinnen und Bürger etwa auch in Bern, Basel, St. Gallen, Glarus oder Davos an Solaranlagen beteiligen (keine abschliessende Auflistung).
Einmalig investieren, 20 Jahre profitieren
Das Prinzip der indirekten Beteiligung: Einmalig investieren und über einen längeren Zeitraum profitieren. Privatpersonen und Unternehmen können eine bestimmte Fläche auf Gebäuden im öffentlichen Besitz erwerben, wie zum Beispiel Schulhäuser oder Wohnblöcke. Das EVU bestückt das jeweilige Dach mit Solarpanels, sobald das Projekt komplett finanziert ist. Wird die Anlage in Betrieb genommen, profitieren Investorinnen und Investoren im Gegenzug über einen fixen Zeitraum (meistens 20 Jahre) von einer jährlichen Gutschrift Solarstrom auf ihrer Stromrechnung.