Nadine Brauchli, Bereichsleiterin Energie beim VSE, zeigte den Anwesenden in ihrem Referat auf, worauf es aus Sicht der Branche ankommt, damit die Versorgungssicherheit auch in Zukunft auf dem heutigen hohen Niveau bleibt und zitierte dafür aus der Roadmap Versorgungssicherheit, welche der VSE Ende 2021 lanciert hatte. Darin werden über 40 Massnahmen aufgeführt, wie die Versorgungssicherheit auch in der Zukunft sichergestellt werden kann.
Nicht zuletzt wegen der heute sehr langwierigen Planungs-, Beschwerde- und Bewilligungsverfahren hält Nadine Brauchli das Erreichen der Klima- und Energieziele für sehr ambitioniert. «Machen wir im jetzigen Tempo weiter, dauert es 100 Jahre, bis wir diese Ziele erreichen.» Deshalb müssten Massnahmen, deren Umsetzung naturgemäss lange dauere, jetzt in die Wege geleitet werden.
Rechnen mit dem Worst-Case-Szenario
Im anschliessenden Podiumsgespräch diskutierten Nadine Brauchli, BFE-Direktor Benoît Revaz, Gian von Planta, Leiter Anlagen und Netze bei SWL Energie AG, und Jörg Wild, CEO des Gasversorgers Energie 360° AG, gemeinsam mit Moderator Rolf Schmid die aktuelle Situation und die anstehenden Herausforderungen. Benoît Revaz gab zu bedenken, dass sich die Schweiz auf den Worst Case vorbereiten müsse, während sich Jörg Wild erstaunt darüber zeigte, dass das Gas aus Russland nach wie vor nahezu ohne Einschränkungen nach Westeuropa geliefert werde. «Aber wir bereiten uns auch auf ein Worst-Case-Szenario vor. Schon jetzt stellen wir fest, dass sich Kunden nach Alternativen umsehen.»