Der Fachkräftemangel-Index Schweiz vom vergangenen November ist eindeutig: Der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften in der Schweiz verschärft sich im Jahresvergleich signifikant. Die Arbeitslosenquote sinkt, während die Anzahl Stellenangebote zunimmt. Laut dem Personal- und Stellenberater Jobfile haben 76 972 Unternehmen in der Schweiz vom 1. Januar bis 31. August 2021 1,154 Mio. offene Stellen ausgeschrieben.
Die Unternehmen schalteten dafür 2,25 Mio. Stellenanzeigen in verschiedensten Medien und investierten über 377 Mio. Franken. Die Ausmasse und Auswirkungen des Fachkräftemangels sind je nach Branche aber unterschiedlich gross. Während in kaufmännischen und administrativen Berufen ein Fachkräfte-Überangebot besteht, gelingt es vor allem den Bereichen Bauwesen/Handwerk sowie technische Berufe nicht, offene Stellen mit den dafür ausgebildeten Fachkräften zu besetzen.
Dass technisch versierte Fachkräfte fehlen, bekommt auch die Energiebranche schmerzlich zu spüren. Seit Jahren klafft eine grosse Lücke zwischen dem Bedarf der Unternehmen nach Netzelektrikerinnen und -elektrikern und den tatsächlich verfügbaren Fachkräften, und zwar auf allen Stufen: Lernende, Netzelektrikerinnen und -elektriker mit abgeschlossener eidgenössischer Berufsprüfung sowie Meister. Dass aus- und weitergebildete Fachkräfte fehlen, ist für die Energiebranche schon fast ein Dauerzustand. Der Mangel besteht schon seit mehreren Jahren.