Auf satte 1500 Milliarden Franken schätzt der Bund gemäss seinen Energieperspektiven die Investitionen in den Energiebereich bis 2050 – Reinvestitionen und Umbau für das Netto-Null-Ziel eingerechnet. Damit dieser kolossale Betrag zur Verfügung stehen wird, brauchen die Kapitalgeber gewisse Sicherheiten.
Entscheidend dabei ist, dass das investierte Kapital Zinsen abwirft – und zwar stabil und angemessen. Dies ist vor allem für Investitionen in die Wasserkraft und die Netze mit ihrem Anlagehorizont von rund 80 Jahren absolut zentral. Da das Netz ein natürliches Monopol darstellt, wird für dieses ein kalkulatorischer Zinssatz festgesetzt (WACC, Weighted Average Cost of Capital).
Erstaunlicherweise überlegt der Bund nun, die Regeln für die Berechnung der Kapitalverzinsung zu ändern, um die Marktzinse zu widerspiegeln. Er blendet dabei aus, dass diese nicht mehr als Referenz taugen: Sie werden künstlich tief gehalten und verzerren den Geldmarkt sogar für langfristige Anlagen. Das ist nicht nachhaltig und kann nicht als das «neue Normal» gelten. Mit einer Anpassung des WACC nach unten würde der Bund seine eigene Energie- und Klimastrategie ausbremsen. Das Stromnetz ist nämlich der Enabler der erneuerbaren Energieversorgung und Elektrifizierung – benötigt dafür künftig jedoch erheblich höhere Investitionen und dafür wiederum Investitionssicherheit.