Du hast Anfang November beim VSE als Bereichsleiter Public Affairs angefangen. In der Energiepolitik steht viel an. Wo setzt du deine Prioritäten?
Meine erste Priorität ist, dass wir als Branche gegenüber der Politik möglichst einheitliche, schlagkräftige Positionen vertreten können. Beim Stromabkommen ist es dem VSE beispielweise sehr gut gelungen, die unterschiedlichen Befindlichkeiten und Bedenken aufzunehmen und in eine Stellungnahme zu fassen, hinter der die ganze Branche stehen kann. Mein Wunsch und mein Ziel ist es, dass uns dies auch künftig gelingt. Je geschlossener wir als Branche auftreten, desto mehr Gewicht haben wir in der Politik.
Du hast das Stromabkommen angesprochen. Wie geht es hier für den Bereich Public Affairs und den VSE weiter?
Im Frühling stehen die parlamentarischen Beratungen an. Unser wichtigstes Ziel und unsere grösste Aufgabe ist es, den jetzt vorgeschlagenen, nicht praktikablen «Swiss Finish» abzuwenden und stattdessen mehrheitsfähige und praktikable Lösungen zu finden. Wir stehen in Gesprächen mit dem Bundesamt für Energie (BFE) und werden unsere Positionen auch in die Parlamentsdebatte einbringen. Wir müssen vermitteln, dass man nicht gleichzeitig den Markt öffnen und an einer völlig überregulierten Grundversorgung festhalten kann. Damit ist niemandem geholfen. Den Grundversorgern nicht, die einen hohen Aufwand haben und die finanziellen Risiken tragen müssen, aber auch den Kundinnen und Kunden nicht, da die Grundversorgung auf diese Weise teuer und unattraktiv wird.