Mit der Energiestrategie 2050 will die Schweiz dem menschgemachten Klimawandel begegnen. Gerade bei unseren Gletschern ist dieser auch schon deutlich sichtbar. In den vergangenen Jahren hat sich der Triftgletscher markant zurückgezogen – geblieben ist ein Geländebecken mit einem See. Das Potenzial genau dieses Beckens wollen die Kraftwerke Oberhasli (KWO) nutzen – und dort einen Speichersee und ein Wasserkraftwerk anlegen.
Plus 215 Gigawattstunden Speicher für die Knappheit im Winter
Bereits seit den 1950er Jahren wird das Wasser aus dem Gadmertal mit verschiedenen Wasserfassungen für die Stromproduktion genutzt. Bisher besteht jedoch keine Speichermöglichkeit. Das Wasser fliesst also derzeit vor allem in den Sommermonaten ab, dann, wenn bereits viel Energie im Netz vorhanden ist. Im Winter, wenn die Schweiz Strom aus dem Ausland importieren muss, kommt ein Speichersee einer «Batterie in den Alpen» gleich. Mit dem Kraftwerk, das im Trift-Projekt gemeinsam mit dem neuen Speichersee vorgesehen ist, würden jährlich 145 Gigawattstunden mehr Strom produziert. Die KWO könnte das Speichervolumen in ihren bereits bestehenden Anlagen im Susten- und Grimselgebiet um das Anderthalbfache steigern, nämlich von heute 195 auf 280 Millionen Kubikmeter. Ein Speichersee Trift hält zudem bei starken Regenfällen das Wasser im Triftgebiet zurück, was bisher auf natürliche Weise der Gletscher erledigt hat. Das Projekt trägt so auch zum Hochwasserschutz im Aareboden bis Brienz bei.