Viel Wind, Strassenzufahrten, vorhandene Leitungen: Die mythischen Höhen des Gotthards bieten beste Voraussetzungen, damit im November 2020 fünf stolze Rotoren mit 100 Metern Nabenhöhe ihre Stromproduktion einspeisen können. Zusammen haben dann sie eine installierte Leistung von 11,75 Megawatt, was einem kleinen Wasserkraftwerk entspricht – und liefern 16 bis 20 Gigawattstunden Strom. «Wir brauchen nur fünf Standorte von wenigen Quadratmetern und produzieren so viel Strom, wie sämtliche rund 4000 Haus-halte in der Leventina und im Bleniotal im Jahr verbrauchen», sagt Roberto Pronini, Direktor der Azienda Elettrica Ticinese. Nicht allen Windkraftprojekten der Schweiz ist solcher Erfolg bescheiden – zumal viele davon erbittert bekämpft werden. Der «Parco eolico del San Gottardo» zeigt, wie Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes in die Realisierung der Schweizer Windkraftwerke einfliessen können.
Sanierung, Renaturierung und Prävention
Ein Massnahmenpaket von zehn verschiedenen Arbeiten wurde am Gotthard parallel zum Bau der Windkraftanlagen in die Wege geleitet. Saniert wurden etwa die Materialdeponie «Lac Bench» und der Schiessstand, was auch die Renaturierung des Umlandes nach sich zog. Verschiedene alte Fundamente der früheren Bauten mussten entfernt werden. Rückgebaut und renaturiert wurde zudem der alte Platz beim Werk San Carlo (Tremolastrasse).