Herr Bareit, in den Medien machen die ersten Wasserstoff-LKWs die Runde, bis 2023 soll ein flächendeckendes Tankstellennetz stehen. Inwiefern ist H2 beim BFE ein Thema?
Wir haben diesbezüglich diverse Projekte am Laufen. Aktuell erarbeiten wir etwa ein Inputpapier für den Dialog mit den Stakeholdern aus der Wirtschaft. Im kommenden Gasversorgungsgesetz wird Wasserstoff ein grosses Thema sein, ferner in den neuen «Energieperspektiven 2050+», die wir Ende November publizieren werden. Auch auf einzelne Gesetze wie das Rohrleitungsgesetz hat H2 einen Einfluss. Dieses war bisher nur auf fossile Energieträger ausgelegt. Und wir erstellen eine Speicherstudie, die das Potenzial und die Wirtschaftlichkeit diverser Speichertechnologien anschaut, zu denen auch der Wasserstoff gehört.
Wo kann Wasserstoff laut dem BFE einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, wo eher nicht?
Wie wir auch schon 2019 im Positionspapier Gas kommuniziert haben, sehen wir ihn am ehesten in der Mobilität und in der Industrie, weniger im Wärmebereich, wo auf Fernwärme, Wärmepumpen und dereinst auch Geothermie gesetzt werden sollte. In der Mobilität sind H2-Fahrzeuge – dank schneller Betankung und höherer Nutzlast – speziell für den Schwerverkehr über längere Strecken geeignet. Für kurze Strecken und im Personenverkehr sehen wir eher batterieelektrische Fahrzeuge.