Die verschiedenen Covid-19-Wellen seit dem Frühling haben die Stromversorgung in der Schweiz nicht in die Knie gezwungen. Sie ist immer noch gewährleistet, dank Stromproduzenten und Netzbetreibern, die ihren Auftrag mit Herzblut wahrnehmen. Nun steht der Winter vor der Tür, und es ist schwierig, die Warnungen der ElCom und der anderen Akteure der Branche einfach auszublenden. Wird uns künftig noch genügend Strom zur Verfügung stehen? Das steht in den Sternen. Unsere stromexportierenden Nachbarländer sehen der kalten Jahreszeit mit gemischten Gefühlen entgegen.
Beim Ausstieg aus Kernkraft und Kohle stehen drei Punkte fest: Jeder Einzelne ist bereit, «besser» zu verbrauchen, aber nicht weniger; die Gesellschaft digitalisiert sich, die Covid-19-Krise beschleunigt diesen Prozess sogar; und die Dekarbonisierung erfolgt über die Elektrifizierung. Ohne eine umgehende Weiterentwicklung aller erneuerbaren einheimischen Energiequellen können die Ziele der Energiestrategie 2050 nicht erreicht werden. Aber wie soll das gehen – im Wissen, dass die Versorgung auch auf der Basis von sauberen Energien Eingriffe in die Natur und in die Landschaft bedingt?
Die Energiebranche anerkennt nicht nur die Notwendigkeit, die Biodiversität zu erhalten, sondern beweist anhand zahlloser Beispiele, dass sie auch etwas dafür tut. Dass diese Beispiele bislang häufig unbemerkt geblieben sind, liegt daran, dass sie in einem verantwortungsbewussten Ansatz für die Stromversorgung und die Ressourcenschonung selbstverständlich sind.
Nun gilt es, die Schweiz – Land der Innovation, des Tourismus und des Know-hows – als Landschaft mit Infrastrukturen, die Freizeitbeschäftigungen und Wohlbefinden fördern, genauer unter die Lupe zu nehmen. Und welch besseres Beispiel gäbe es als den wunderbaren Greyerzersee? Diese Touristenhochburg im Kanton Freiburg verdankt ihr Bestehen dem Bau der Bogenstaumauer Rossens im Jahr 1948. Es handelt sich bei diesem See hinsichtlich des Speichervolumens um das drittgrösste Reservoir der Schweiz, und die reiche Biodiversität lockt dank geführter Touren viele Neugierige an. Zudem strömen viele Besucherinnen und Besucher unter dem Jahr an die Ufer des Sees, um einen idyllischen Spaziergang im Einklang mit der Natur zu geniessen.
Heute ist der Zeitpunkt gekommen, da die Entwicklung erneuerbarer Energien als Chance und nicht als Risiko zu betrachten ist. Aber auch, um alle erneuerbaren Energien vor dem Hintergrund einer saisonalen Komplementarität einzubeziehen. Für den Erfolg gilt es, einen Kompromiss zu meistern. Daher werden beim Bau oder bei der Erneuerung unserer Staudämme grosse Sanierungs- und Renaturierungsanstrengungen unternommen. Die Windenergie ist eine der sinnvollsten Lösungen, um die Versorgungssicherheit im Winter zu gewährleisten. Alle Projekte für Windpärke erfüllen hohe Schutzanforderungen für die umgebende Flora und Fauna. Die Liste der Beispiele ist lang. Dieser Artikel zeigt auf, welche Anstrengungen bei den beiden Windparkprojekten am Gotthard und «Sur Grati» unternommen wurden.