Die sportlichen Highlights dieses Sommers zeigen: sich zu qualifizieren, gelingt vielen. Um aber das Finale zu erreichen, braucht es hartes Training, starken Willen, ein gutes Team – und im entscheidenden Moment auch etwas Glück. Ähnlich ist es in der Politik. Sich mit ambitionierten Zielen als klimapolitischer Vorreiter zu qualifizieren, ist vergleichsweise einfach. Erst die Umsetzung zeigt, wie fit wir tatsächlich sind.
Das Ziel einer deutlichen Reduktion der fossilen Energien dürfte trotz Ablehnung des CO2-Gesetzes Konsens sein. Fossile Energien werden insbesondere durch erneuerbaren Strom abgelöst. Dazu muss die Schweiz quasi nochmal ihren gesamten Wasserkraftpark bauen: es braucht kolossale Mengen an Photovoltaik, aber insbesondere auch Wind, Biomasse und mehr Wasserkraft. Die Technologien dafür sind da und erprobt. Das Training wurde erfolgreich absolviert.
Auch das Kapital steht bereit. Aber das Spielfeld, auf dem die Technologien nun breit eingesetzt werden müssten, ist noch eine Baustelle. Solange jedes Projekt ein jahrelanger Spiessrutenlauf bleibt, werden wir es trotz starken Willens kaum ins Finale schaffen. Unter heutigen Bedingungen dauerte es über hundert Jahre, um die erneuerbaren Energien soweit wie nötig auszubauen. Es braucht daher schleunigst verlässliche Anreize und klare Verfahren, damit der Wille zu investieren auch in der Schweiz Wirkung entfaltet.