Was für eine schöne neue Welt: Die Energieversorgung der Weltgemeinschaft basiert vollständig auf Energieformen, welche als «erneuerbar» gelten. Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe werden elektrisch angetrieben und stossen keine Treibhausgase mehr aus. Auch geheizt wird elektrisch und energieeffizient. Zur Produktion des dafür benötigten Stroms kommen weder fossile Rohstoffe wie Kohle oder Erdöl noch Kernenergie zum Einsatz. Im Gegensatz zur bisherigen zentralen Energieproduktion in grossen Kraftwerken werden vor allem Sonnen- und Windenergie stark dezentral gewonnen. Viele kleine Anlagen produzieren aus Sonnenlicht und Wind Strom und speisen diesen in das Netz. Typisch für diese dezentrale Stromproduktion sind nicht nur die höheren Anforderungen, welche das Netz dabei erfüllen muss, und die stark variierenden Stromflüsse, sondern auch eine riesige Menge Daten, welche Wasser-, Solar- und Windkraftanlagen produzieren. Diese Daten werden ausgetauscht, ausgewertet und abgelegt. Die Anlagen und Systemkomponenten kommunizieren dazu miteinander. Wo Systeme miteinander kommunizieren, bestehen Schnittstellen, welche – mögen sie noch so gut gesichert sein – angreifbar sind.
Einem breiten Publikum nach wie vor sehr gut in Erinnerung sind die Angriffe auf die Stromversorgung der Ukraine, welche 2015 und 2016 erfolgten. Die nachhaltige Prominenz dieser Angriffe dürfte zu einem grossen Teil in der Tatsache begründet sein, dass im Zuge der geopolitischen Entwicklungen (Annexion der zur Ukraine gehörenden Halbinsel Krim durch Russland) eine grosse Öffentlichkeit Notiz davon nahm. Und: Angriffe und Angriffsversuche auf die Stromversorgungen einer Nation hatte es zuvor gegeben und gab es auch danach. Nie war es Angreifern bislang jedoch gelungen, die Stromversorgung eines Landes tatsächlich zu unterbrechen. Die Folge: Hunderttausende ukrainische Haushalte waren stundenlang ohne Strom. Sogar der betroffene Stromversorger Kyivoblenergo hatte keinen Strom mehr, da die Angreifer auch die Notstromversorgung gekappt hatten.