Vor Weihnachten machte in einer mit positiven Meldungen ansonsten wenig verwöhnte Zeit eine vielversprechende Erfolgsmeldung die Runde: wichtige Akteure im Bereich Wasserkraft hätten eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sind sich also endlich alle einig über das Schicksal der Wasserkraft? Nein, nicht ganz. Eine der beteiligten NGO, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, verweigerte die Unterschrift.
Dass sie im Gegensatz zu WWF, Pro Natura, Fischereiverband, Kantonen und Strombranche eine unverbindliche Erklärung nicht unterzeichnet hat, ist mehr als ein Schönheitsfehler. Die fehlende Unterschrift spricht Bände: Im Umweltlager herrscht eine grundsätzliche Uneinigkeit – und einzelne seiner Vertreter, nebst der Stiftung Landschaftsschutz auch andere wie Aqua Viva und BirdLife, werden den erneuerbaren Energien weiterhin Steine in den Weg legen. Dass sie damit die Umsetzung der von ihnen unterstützten Energiestrategie 2050 torpedieren, nehmen sie ganz offensichtlich in Kauf. Und ebenso, dass angesichts der sich öffnenden Winterstromlücke automatisch andere, nicht erneuerbare Technologien wie Gas und Atomkraft wieder aufs Tapet kommen.