Fernwärme ARA: Bohrung unter dem Bahnhofplatz erfolgreich abgeschlossen
Mit der Erweiterung zum Einkaufszentrum Passage und zum Haus am Bahnhof wird diese lokale Wärmequelle für weitere Gebäude nutzbar. An beiden Standorten sollen Wärmepumpen die bisherigen Gasheizungen ersetzen. Dadurch sinkt der Bedarf an fossilen Brennstoffen.
Die Unterquerung des Bahnhofplatzes stellte hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Neben dem Verkehr waren die Gleise der Appenzeller Bahnen und die darunter verlaufende Weströhre des unterirdischen Kreisels zu berücksichtigen. Für die Bohrung blieb nur wenig Platz: Der Abstand zum Tunnel betrug lediglich 30 Zentimeter, jener zur Unterkante der Bahntrasse 23 Zentimeter.
Zum Einsatz kam das Pressbohrverfahren. Dabei wird Erdmaterial laufend entfernt, während ein Stahlrohr vorgeschoben wird. So wird der umliegende Boden möglichst wenig verdrängt. Dieses Verfahren ermöglichte die Bohrung trotz der stark eingeschränkten Platzverhältnisse.
Das eingepresste, geschweisste Stahlrohr hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern und dient als Schutzrohr. Darin werden anschliessend zwei Kunststoffleitungen aus hochdichtem Polyethylen eingezogen, durch die das Wasser des Wärmenetzes zirkuliert.
In den kommenden Wochen folgen die Leitungsverbindungen zum Einkaufszentrum Passage und zum Haus am Bahnhof. Die erste Wärmelieferung ist für Sommer 2027 mit Blick auf die Heizperiode 2027/2028 vorgesehen.
Das Fernwärmenetz «Fernwärme ARA» nutzt die Abwärme der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Frauenfeld. Es transportiert Wärme auf einem niedrigen Temperaturniveau zu den angeschlossenen Gebäuden. Dort erhöhen Wärmepumpen die Temperatur so weit, dass die Wärme zum Heizen genutzt werden kann. Ein solches Niedertemperaturnetz wird auch als Anergienetz bezeichnet.
Solche Projekte sind nur mit der Unterstützung und dem Verständnis aller Beteiligten und Betroffenen möglich. Die erforderlichen Bewilligungen lagen erfreulich rasch vor und ermöglichten die Umsetzung der anspruchsvollen Arbeiten. Thurplus dankt allen Beteiligten für ihre Unterstützung und der Bevölkerung für ihr Verständnis angesichts der Beeinträchtigungen durch die Baustelle.