Die Branche wiederholt es nicht erst seit gestern: die Bremsen für den Ausbau der erneuerbaren Energien müssen dringend gelöst werden. Im heutigen Tempo bräuchten wir 100 Jahre, bis wir die erneuerbaren Energien für die Dekarbonisierung so weit haben. Netto null CO2 bis 2050 wird so toter Buchstabe bleiben.
Bundesrat Parmelin und Bundesrätin Sommaruga haben im vergangenen Jahr unmissverständlich gewarnt: Wir müssen uns auf die Eventualität einer Strommangellage vorbereiten, und das schon ab 2025. Der Ukrainekrieg erhöht die Dringlichkeit nun noch mehr.
Und was tut die Schweiz? Sie zögert und zögert und wird so im Winter noch viel stärker von Stromimporten abhängig werden. Dass unsere Nachbarn weiterhin exportieren können, ist jedoch alles andere als sicher. Der Rückgang der Kernenergie- und Kohlestromproduktion, kurzfristig unter dem Siegel geringerer Russlandabhängigkeit auch jene aus Gaskraftwerken, wird zu einem riesigen Abbau gesicherter Kapazitäten führen. Die grenzüberschreitenden Netzkapazitäten der Schweiz werden ihrerseits mangels Stromabkommen eingeschränkt werden.