Kernkraft – seit Jahrzehnten nicht nur ein zuverlässiger Stromlieferant, sondern auch ein ebenso zuverlässiger Spaltpilz. Nach Jahren relativer Ruhe taucht sie nun wieder in den Diskussionen über die Stromversorgungssicherheit auf.
Die kürzlich vom VSE bei gfs.bern in Auftrag gegebene Analyse hat den vor fünf Jahren gefällten Urnenentscheid zur Energiestrategie 2050 bestätigt: Neue Kernkraftwerke sind derzeit nicht mehrheitsfähig. Dies ist wenig erstaunlich, zumal offensichtlich ist, dass ein allfälliges neues KKW – sofern sich dafür wenig risikoaverse Investoren finden lassen würden – viel zu spät ans Netz gehen würde, um die in den nächsten Wintern drohenden Stromengpässe abzufangen.
Wie die Strombranche setzt die Schweizer Bevölkerung dezidiert auf ein ganz anderes Pferd: die erneuerbaren Energien. Wasserkraft und Solarenergie sind dabei die absoluten Spitzenreiter. Aber auch von Windkraft, Biomasse und Geothermie erwartet die Bevölkerung einen Beitrag an die Versorgung. Die Bevölkerung betrachtet all diese Energieformen als gelebten Umweltschutz und spricht sich auch einstimmig für deren Förderung aus – sie ist sogar bereit, eine Lenkungsabgabe mit Rückerstattung an die Sparsameren ins Auge zu fassen oder auf Beschwerderechte zu verzichten, um ihre Energieziele zu erreichen.