Brennpunkt der Energiepolitik

Wie soll der Strommarkt zukünftig ausgestaltet sein? Wer ist eigentlich verantwortlich für die Versorgungssicherheit? Und kommt jetzt das Stromabkommen – oder doch nicht? Am VSE-Anlass «Top-Themen der Energiepolitik» wurden die politischen Herausforderungen der Branche diskutiert.

 

«Bringt die Marktöffnung etwas und wird sie innenpolitisch auch tatsächlich durchkommen?». Diese und weitere Fragen von energiepolitischer Brisanz stellte Jürg Meier, Wirtschaftsredaktor der NZZ, am Mittwoch, 7. November 2018, in Zürich seinen Podiumsgästen: Ständerat Roland Eberle sowie die Nationalräte Eric Nussbaumer, Peter Schilliger und Karl Vogler.

 

 
 

 

Dominique Martin, Leiter Public Affairs VSE, zeigte auf, an welchen grossen Brocken der Energiepolitik die Branche momentan zu beissen hat. Benoît Revaz, Direktor BFE, warf einen Blick auf die wichtigsten Themen der Revision StromVG. Wie der Strommarkt zukünftig ausgestaltet sein soll, stand dabei im Zentrum. Diese Frage beschäftigt auch die Wirtschaft: Michael Matthes, Leiter Umwelt, Sicherheit und Technologie von scienceindustries, diskutierte mit Michael Frank, Direktor VSE, über die Bedeutung der Energiepolitik. Das Thema der vollständigen Strommarktöffnung für KMUs wurde dabei besonders vertieft.

Simon Steinlin, Erster Botschaftssekretär der Schweizer Mission bei der EU, gewährte den Gästen einen Einblick in seine Arbeit in Brüssel, wo aktuell das «Clean Energy Package» verhandelt wird. Er betonte, welche Konsequenzen das Fehlen eines Stromabkommens für die Schweiz heute hat – punkto Netzstabilität, Wirtschaftlichkeit, Mitgestaltungsmöglichkeit und Versorgungssicherheit.

Die Frage nach der zukünftigen Versorgungssicherheit begleitete durch den ganzen Anlass. In seiner Begrüssung stellte der VSE-Präsident Michael Wide die Schweiz eindrücklich in den Kontext unserer Nachbarländer (Appell zehn nationaler Stromverbände). Stände- und Nationalräte legten ihre oft gegensätzliche Sicht der Dinge dar. Das Abschlussvotum war bei Michael Frank. Für den VSE-Direktor ist klar: Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit sind die beiden Themen, die uns jetzt, im Kontext der Revision StromVG und darüber hinaus intensiv beschäftigen müssen und  werden.