Übertragungsnetz: 2020 bleiben die Kosten für die Konsumenten gleich

Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh bezahlt 2020 im Durchschnitt CHF 44 für die Leistungen von Swissgrid. Dies entspricht rund fünf Prozent der jährlichen Stromkosten. Damit bleibt die finanzielle Belastung der Endverbraucher für das Übertragungsnetz im nächsten Jahr auf dem aktuellen Niveau.
22.03.2019

Die durchschnittliche finanzielle Belastung der Stromkonsumenten durch das Übertragungsnetz ist gegenüber 2019 unverändert. Für die Leistungen der nationalen Netzgesellschaft zahlt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh durchschnittlich CHF 44. Dies macht rund fünf Prozent der gesamten jährlichen Stromkosten des Haushalts aus.

Die von Swissgrid erhobenen Tarife decken die Ausgaben für Systemdienstleistungen sowie für die Netznutzung. Zu den allgemeinen Systemdienstleistungen zählt Swissgrid unter anderem die Kosten für die Regelleistungsvorhaltung, zu den individuellen Systemdienstleistungen die Kosten für die Kompensation von Wirkverlusten oder für die Lieferung von Blindenergie. Unter Netznutzung summieren sich die Kosten für den Betrieb sowie den Um- und Ausbau des Netzes. Für das Jahr 2020 nehmen die Tarife für die allgemeinen Systemdienstleistungen und für die Netznutzung ab. Im Gegensatz dazu steigen die individuellen Systemdienstleistungstarife.

Deutlicher Rückgang beim Tarif für allgemeine Systemdienstleistungen

Der Tarif für die allgemeinen Systemdienstleistungen nimmt gegenüber 2019 um über 30 Prozent ab. Der Endverbraucher zahlt 2020 noch 0,16 Rappen (2019: 0,24 Rappen) pro kWh verbrauchten Strom. Die Kosten für die allgemeinen Systemdienstleistungen werden grösstenteils durch die Regelleistungsvorhaltung verursacht. Swissgrid rechnet in diesem Bereich mit sinkenden Beschaffungskosten.

Die Tarife für die individuelle Systemdienstleistung «Wirkverluste» nehmen aufgrund voraussichtlich höherer Beschaffungskosten zu. Die Kosten für die Energie zum Ausgleich von Wirkverlusten folgen erfahrungsgemäss den Preisen an den Strombörsen. Hier geht Swissgrid von einem steigenden Niveau aus.

Leichter Rückgang der Tarife für die Netznutzung

Die Tarife für die Netznutzung sind im Vergleich zu 2019 rund 6 Prozent tiefer. Der Betriebsaufwand sowie die Kosten für Redispatch nehmen voraussichtlich zu. Die Auktionserlöse, die Swissgrid aus dem grenzüberschreitenden Engpassmanagement einnimmt, waren in den letzten Jahren jedoch deutlich höher als erwartet und haben massgeblich zum Aufbau einer Überdeckung beigetragen. Diese Überdeckung baut Swissgrid in den nächsten Jahren ab, was sich positiv auf die Netznutzungstarife auswirkt.

Zukünftige Entwicklung der Tarife für das Übertragungsnetz

Swissgrid engagiert sich konsequent für eine Senkung der Betriebskosten und der Kosten für die allgemeinen Systemdienstleistungen. Dafür entwickelt das Unternehmen die Produktepalette stetig weiter, um die Liquidität am Regelleistungsmarkt zu erhöhen und die Hürden für neue Anbieter zu senken. Die Prognose über die zukünftige Tarifentwicklung ist jedoch mit Unwägbarkeiten verbunden, beispielsweise wegen der Preisentwicklung auf den Energiemärkten oder möglichen Forderungen aus rechtshängigen Verfahren. (swissgrid)