Optimierung Kraftwerk Aarau: Öffentliche Mitwirkung und Projektfortschritt

Zum Jahresbeginn informierte Eniwa die Bevölkerung anlässlich einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung über das Optimierungsprojekt für das Wasserkraftwerk Aarau. Diese Veranstaltung war der Beginn einer 30-tägigen öffentlichen Mitwirkung des Amts für Raumplanung des Kantons Solothurn. Nun wird das Projekt entsprechend der eingegangenen Stellungnahmen überarbeitet und weiter optimiert.
18.02.2019

Am 10. Januar 2019 hat Eniwa sowohl die Mitglieder der von den beiden Kantonen eingeladenen Begleitgruppe wie auch die Bevölkerung über die beiden Projektänderungen (Neugestaltung Maschinenhaus und vollständiger Rückbau des Mitteldamms) informiert. Sowohl die Mitglieder der Begleitgruppe wie auch die Bevölkerung konnten danach die Unterlagen einsehen und an der Mitwirkung teilnehmen. Eniwa bedankt sich für die Eingaben und wird diese nun gemeinsam mit den Kantonen Solothurn und Aargau sichten und überprüfen. Danach wird das Projektteam der Eniwa AG die geprüften Anregungen in die Projektierung einfliessen lassen und das Projekt entsprechend anpassen. Im Frühjahr 2019 werden die Massnahmen und Optimierungen erneut der Begleitgruppe und der Bevölkerung vorgestellt.

Entfernung des Mitteldamms führte zu Missverständnissen
Im Laufe der Mitwirkung entstanden diverse Missverständnisse, unter anderem im Zusammenhang mit dem Mitteldamm. Eniwa weist nochmals darauf hin, dass die Entfernung des oberen Teils vom Mitteldamm (750 Meter) bereits im Projekt 2013 aufgelegt und widerspruchsfrei genehmigt wurde.

Mit der Energiestrategie 2050 des Bundes steigt die Bedeutung von Energie aus Schweizer Wasserkraft als einzige Bandenergie für die zukünftige Energieversorgung nach Abschaltung der Kernenergie. Durch die zusätzliche Entfernung des restlichen Mitteldamms (weitere 850 Meter) kann die Produktion nochmals um 2 GWh auf insgesamt 7,7 GWh pro Jahr erhöht werden. Allein durch den kompletten Wegfall des Mitteldamms können also fast 1700 Haushalte zusätzlich mit der erneuerbaren Energie Wasserkraft aus dem Kraftwerk Aarau versorgt werden. Nimmt man die zweite Projektänderung, die Neugestaltung des Maschinenhauses mit effizienten und fischfreundlichen Rohrturbinen, dazu, resultiert eine Produktionssteigerung von 22 GWh pro Jahr, respektive über 20 Prozent gegenüber der heutigen Produktion. Damit erfüllt das Kraftwerk die Anforderung einer wesentlichen Erweiterung, welche gemäss Bundesgesetz über die Förderung der Wasserkraft bis zu 35 Prozent der anrechenbaren Kosten beträgt. Im Falle des Kraftwerks Aarau betragen diese ca. 100 Millionen Schweizer Franken. Dies entspricht einer Mehrförderung von 15 Prozent, respektive zusätzliche 15 Millionen Franken Fördermittel.

Das weitere Vorgehen
Im Frühjahr 2019, nach Sichtung und Überprüfung der Mitwirkungseingaben, erfolgt eine nochmalige Vorstellung der Massnahmen und Optimierungen. Noch vor den Sommerferien wird das vollständige Dossier mit den Projektanpassungen und notwendigen Ergänzungen den beiden Kantonen Solothurn und Aargau zur Vorprüfung und Bewilligung eingereicht. Eniwa geht davon aus, dass bis März 2020 alle notwendigen Bewilligungen vorliegen werden, damit anschliessend mit der Detailplanung und Ausführung gestartet werden kann.

Damit das heutige Kraftwerk zurückgebaut und das neue Kraftwerk erstellt werden kann, muss vorab das neue Unterwerk an der Erlinsbacherstrasse erbaut und in Betrieb sein. Da heute noch einige Netz- und Schaltfunktionen in den Gebäuden des Kraftwerks untergebracht sind, muss hier als erster Schritt eine vollständige Entflechtung durchgeführt werden, bevor mit dem Rückbau der Zentrale 2 gestartet werden kann.

Wenn alle Teilprojekte plangemäss durchgeführt werden können, wird Eniwa das neue Kraftwerk im Jahr 2024 am Netz haben und jährlich rund 130 GWh erneuerbare Energie aus Wasserkraft einspeisen können. Damit verbleiben wertvolle 61 Jahre für die Produktion und für die Amortisation der grossen Investition.

Hintergrund
Im Mai 2017 hat Eniwa die Konzession für das Wasserkraftwerk Aarau angenommen. Seit der Auflage des Erneuerungsprojekts für das Kraftwerk im Jahr 2013 haben sich die Rahmenbedingungen wie Strommarkt, Währungssituation und regulatorische Vorgaben grundlegend verändert. Um diesen Rahmenbedingungen und den Anforderungen in Bezug auf Stromproduktion, Betrieb und Umweltverträglichkeit langfristig besser zu entsprechen, wurde zwischen 2017 und 2018 der geplante Kraftwerksneubau weiterentwickelt und optimiert.

Das Optimierungskonzept besteht aus einem vollständigen Rückbau der heutigen Anlagen und einem Neubau mit Entkopplung der Funktionen Stromproduktion, Hochwasserentlastung und Fischaufstieg und -abstieg. Mit drei neuen fischfreundlichen Rohrturbinen kann, bis zum Vorliegen gesicherter Erkenntnisse zum Fischabstieg, bereits nach dem Umbau ein grosser Schritt zur Reduktion der Fischmortalität gemacht werden. Liegen dereinst neue Erkenntnisse vor, können weitere bauliche Anpassungen einfacher und ohne Einfluss auf die stets zu gewährleistende Hochwassersicherheit ausgeführt werden. (eniwa)