Erweiterung des Fernwärmeverbunds Bellach

Diese Woche haben die Bauarbeiten für den Ausbau des Fernwärmeverbunds Bellach begonnen: Die Erweiterung der Energiezentrale und des Leitungsnetzes wurde aufgrund der grossen Nachfrage nach ökologischer Energie nötig. Rechtzeitig auf die Heizsaison 2019/20 sollen die neuen Kunden – dazu gehört die Carrosserie Hess AG –
mit erneuerbarer Wärme versorgt werden
08.03.2019

Seit rund sieben Jahren versorgt der Wärmeverbund Bellach diverse Industriebetriebe, die Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Solothurn (MFK), eine Autogarage sowie mehrere Wohnüberbauungen mit erneuerbarer Energie. Jetzt wird der Verbund weiter ausgebaut, da die bestehende Anlage an ihre Kapazitätsgrenze stösst. Die Bauarbeiten des Anbaus an die im 2012 errichtete Wärmezentrale – sie steht auf dem Areal der MFK – hat die BKW AEK Contracting AG (BAC) im März in Angriff genommen. Parallel dazu wird das Leitungsnetz um rund 500 Meter erweitert. Die Inbetriebnahme erfolgt Ende September 2019.

Um die Versorgung der Liegenschaften nachhaltig und langfristig zu sichern, investiert die BAC rund 4.6 Millionen Franken in die Erweiterung. Auslöser des Projekts war der Ersatz der bestehenden Pelletheizung der Carrosserie Hess AG in Bellach. Mit dem Ausbau wird zudem die Grundlage für weitere Projekte in Bellach gelegt: Interesse signalisiert haben bereits grosse Energiebezüger in den Gebieten Bellach Ost und Dorf sowie im Gewerbegebiet Gurzelen.

Lokales Gewerbe und Forst profitieren

Der Grossteil der Wärme – über 80 Prozent – erzeugen drei CO2-neutrale Holzfeuerungen. Nicht nur für die Umwelt ein Gewinn, auch das lokale Gewerbe profitiert: Der Grossteil der Aufträge wird in der Region vergeben und die Holzschnitzel liefert auch in Zukunft der lokale Forstbetrieb Leberberg.

Ein durchdachtes Projekt

Der Wärmeverbund Bellach ist eine Erfolgsgeschichte: Ab 1994 wurden in Bellach die Industriebetriebe Fraisa SA, Agathon AG, Almeta AG (heute das Gebäude der Wieland Metalix Metallhandel AG) sowie die Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Solothurn mit einem Fernleitungssystem verbunden. Ziel war es damals, die bestehenden fossilen Energieerzeuger durch eine höhere Effizienz besser auszulasten und die vorhandene Abwärme aus den Prozessen im Verbund zu verwerten. Im 2012 wurde beschlossen, für den bestehenden Wärmeverbund und für weitere Ausbauetappen eine separate Energiezentrale auf Basis von lokalen Holzhackschnitzeln zu bauen. BKW AEK Contracting AG Nur drei Jahre später wurde der Verbund weiter verdichtet. Seither werden auch der Neubau der Garage Galliker AG sowie mehrere Wohnüberbauungen an der Römerstrasse mit erneuerbarer Wärme versorgt. Eine weitere Verdichtung ist nur mit einem Anbau möglich, die aktuelle Energiezentrale stösst von der Leistung her an ihre Grenzen. (aek)