Erste klimafreundliche SF6-freie Schaltanlage kommt in Zernez an

In Zusammenhang mit dem Projekt Netzentwicklung Engadin ersetzt die Engadiner Kraftwerke AG (EKW) das 60- und 16-kV-Freileitungsnetz durch ein neues 110- und 16-kV-Kabelnetz. Von Pradella bis Zernez sind die Hochspannungskabel bereits unter der Erde verlegt. Von Zernez bis Bever erfolgt der Kabelzug in diesem Jahr. Das Unterwerk Zernez als Knotenpunkt der 110-kVLeitungen nach Pradella, Ova Spin und Bever und als regionaler Versorgungsstützpunkt für die Talversorgung muss dementsprechend den neuen Spannungsebenen angepasst werden. Hierfür investiert EKW rund sechs Millionen Franken.
13.03.2019

Im Rahmen der Erneuerung des Unterwerks Zernez werden zwei neue Schaltanlagen für die Spannungsebenen 110- und 16-kV inklusive Steuerungs- und Schutzsystem im bestehenden Gebäude eingebaut. Sie dienen der regionalen und überregionalen Stromversorgung. Die neue 110-kV Schaltanlage wird als Gas-Isolierte-Schaltanlage (GIS) ausgeführt. Im Gegensatz zu einer luftisolierten Schaltanlage benötigt diese bedeutend weniger Platz und kann innerhalb von Gebäuden aufgestellt werden. Als Isoliergas hat sich seit Jahrzehnten SF6 (Schwefelhexafluorid) als Standard durchgesetzt. Den besonders guten Isoliereigenschaften dieses Gases steht eine sehr hohe Klimaschädlichkeit gegenüber.

EKW hat sich für eine innovative Technologie entschieden, die auf einem neuartigen Isoliergas beruht, das die Klimaschädlichkeit um über 99 % reduziert. Weltweit sind Schaltanlagen mit SF6-freiem Gas eine Neuheit. Heute, 13.03.2019, kam die Schaltanlage im Engadin an und wird in den nächsten Wochen im Unterwerk Zernez eingebaut.

EKW, als Produzentin umweltverträglicher Wasserkraft im Einzugsgebiet des Nationalparks, möchte mit diesem Entscheid ein internationales Zeichen setzen, für die Entwicklung von klimafreundlichen Schaltanlagen und für eine nachhaltige Energieversorgung. (ekw)