Digital@EVU 2020: Wo steht die digitale Energiewirtschaft?

Wie weit sind die EVU in Bezug auf Digitalisierung? Die Studie "Digital@EVU", entwickelt vom BDEW und Partnern wie Kearney und dem VSE, hat das auch dieses Jahr wieder untersucht. Der digitale Wandel ist inzwischen ein zentraler Pfeiler der diversen Unternehmensstrategien geworden.
02.10.2020

Ein Schrittmesser für den Weg in die Zukunft: Mithilfe von Digital@EVU können Energieversorger ihren Digitalisierungsgrad ermitteln, sich mit anderen Unternehmen vergleichen und durch das Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen konkrete Massnahmen ergreifen. Seit 2019 unterstützt auch der VSE tatkräftig diese Initiative. Mit der neuen Kooperation zwischen dem Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW), Österreichs Energie (OE) und dem VSE hat die Studie nun eine internationale Dimension erreicht. Zudem haben 2019 Energieversorger aus acht Ländern ausserhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz an dem Assessment teilgenommen. Insgesamt haben 129 Energieversorger aller Wertschöpfungsstufen und Grössen an der Online-Umfrage partizipiert und im Anschluss ein massgeschneidertes Feedback zu ihren digitalen Fähigkeiten erhalten.

Digital ist inzwischen zentral und wegweisend
Wichtiges Ergebnis des diesjährigen Digitalisierungsbarometers ist, dass der digitale Wandel aus Sicht der Unternehmen mittlerweile spürbare Auswirkungen auf die geschäftliche Aktivität hat und ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategien ist. 44 Prozent der Energieversorger haben eine Digitalisierungsstrategie, weitere 33 Prozent entwickeln eine.

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung – noch vor Ausbruch der Pandemie – erwarteten bereits 85 Prozent der befragten Unternehmen eine Erhöhung des Digitalisierungsbudgets in den kommenden Jahren bis 2025. Entscheidend wird es sein, die Mittel an der richtigen Stelle zu konzentrieren. Die befragten Unternehmen sehen das grösste Potenzial in den Dienstleistungen für dezentrale Erzeugung, E-Mobilitäts-Services und Messstellenbetrieb bzw. Messdienstleistungen. Die drei wirkmächtigsten digitalen Hebel für zukünftige Kostenreduktionen sind aus ihrer Sicht mobiles Workforce-Management, vorausschauende Instandhaltung und digitale Workflows/Bots. Darüber hinaus zeichnet sich bereits jetzt ein stärkerer Einsatz digitaler Technologien wie KI (Künstliche Intelligenz) und Blockchain ab.

Es harzt noch in der Analyse der Datenmengen
Entwicklungspotenzial besteht hingegen im Bereich Analytics – wo unter anderem einheitliche Datenbanken eine Hürde sind – und bei der Prozessdigitalisierung. Weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, bei diesem Thema über klare Verantwortlichkeiten, geringe Komplexität sowie schnelle und flexible Prozesse zu verfügen. Kundenzentrierung ist unter den sieben Analysedimensionen der Bereich mit der geringsten Reife.

Der BDEW, der VSE und OE werden das Instrument ab Herbst 2020 ihren Mitgliedsunternehmen in weiter entwickelter Form erneut zur Verfügung stellen. Dabei werden wir die Umfrage weiter internationalisieren und weitere in anderen Ländern tätige Energieversorger ansprechen. Zudem führt der VSE am 22.10. das Webinar "Digitalisierung in der Energiewirtschaft; Status, Trends, Ausblick" zum Thema durch.

- Studie Digital@EVU 2020