Kernkraftwerke erzeugten im Jahr 2017 knapp ein Drittel des Schweizer Stroms

01.02.18

Im Jahr 2017 erzeugten die fünf Schweizer Kernkraftwerke netto 19'548 Gigawattstunden (GWh) klimafreundliche Bandenergie. Damit fiel die nukleare Produktion erneut leicht tiefer aus als im Vorjahr (20'309 GWh). Mit diesem Anteil an der heimischen Produktion tragen die Schweizer Kernkraftwerke nach wie vor wesentlich zur Versorgungssicherheit bei.

Insgesamt erzeugten die Schweizer Kernkraftwerke im Jahr 2017 netto 19'548 GWh Strom (Vorjahr 20'309 GWh). Darin sind 96 GWh eingeschlossen, welche die Kernkraftwerke Beznau-2 (26 GWh) und Gösgen (70 GWh) in Form von Fernwärme an regionale Wohngebäude und Gewerbebetriebe abgeben konnten. Durch den Bezug dieses Heizdampfes konnten rund 80'000 Tonnen CO2-Emissionen gegenüber der Verbrennung von Heizöl eingespart werden.

Die nukleare Produktion fiel deutlich tiefer aus als im langjährigen Schnitt von ca. 25'000 GWh. Zwar verzeichnete das Kernkraftwerk Beznau-2 bis auf eine Abschaltung aufgrund einer kleinen Ölleckage im nicht-nuklearen Bereich ein störungsfreies Betriebsjahr. Auch das Kernkraftwerk Mühleberg absolvierte das Betriebsjahr – sein drittletztes – störungsfrei. Ebenso konnte das Kernkraftwerk Gösgen 2017 mit Ausnahme geplanter Leistungsreduktionen durchwegs im Volllastbetrieb fahren. Beznau-1 dagegen stand aufgrund umfangreicher Abklärungen im Rahmen des Sicherheitsnachweises für das Reaktordruckgefäss das ganze Jahr über still. Dazu kommt, dass das Kernkraftwerk Leibstadt von Jahresbeginn bis 17. Februar aufgrund der im Vorjahr festgestellten lokalen Oxidationen an Brennstäben stillstand. Die Anlage wurde danach mit reduzierter Reaktorleistung betrieben. Diese Begleitmassnahme sowie nicht spezifikationsgerecht gelieferte Brennelemente, deren Ersatz das Wiederanfahren nach der Jahreshauptrevision verzögerten, verringerten die Produktion des KKL insgesamt um rund ein Drittel.

Keine sicherheitsrelevanten Vorkommnisse
Alle 29 meldepflichtigen Ereignisse des Jahres 2017 wurden vom ENSI der INES-Stufe 0 zugeordnet, die für die nukleare Sicherheit nicht relevant ist. Der Schutz des Personals und der Bevölkerung vor Strahlung war jederzeit gewährleistet. Die Abgaben radioaktiver Stoffe über Abwasser und Abluft lagen, wie bereits in den Vorjahren, deutlich unter den Grenzwerten.

Erneut beträchtliche Investitionen

Während der Jahresrevisionen wurden neben den Brennelementwechseln und umfangreichen Prüfprogrammen auch die notwendigen Instandhaltungsarbeiten an unterschiedlichen Komponenten durchgeführt. Zudem wurde in die Modernisierung und Sicherheit der Anlagen investiert:

  • Leibstadt: Die Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer wurden ersetzt, zwei je rund 240 Tonnen schwere Grosskomponenten, die in vier Einzelteilen geliefert und vor Ort zusammengebaut wurden.
  • Gösgen: Schweissnähte und Grundmaterial des Reaktordruckbehälters wurden mit Ultraschall überprüft und die vierjährliche Dichtheitsprüfung des Sicherheitsbehälters durchgeführt. Für den langfristigen Betrieb der Anlage wurde die Brennelement-Lademaschine auf den aktuellen Stand der Technik ertüchtigt.
  • Mühleberg: Obwohl die Anlage Ende 2019 den Leistungsbetrieb einstellt, wurde die Robustheit der Notstromversorgung erhöht. 
  • Beznau 2: Die Erdbebenrobustheit des primären Nebenkühlwassersystems wurde erhöht und Systeme der Gleichstromversorgung wurden komplett erneuert. Zudem wurden in den Brennelementlagern beider Blöcke zusätzliche störfallfeste Temperatur- und Niveaumessungen nachgerüstet.

 

Attraktiver Arbeits- und Begegnungsort
Die Schweizer Kernkraftwerke beschäftigten Ende Jahr 1894 Mitarbeitende (Vorjahr 1893) in 1843,4 Vollzeitstellen. Davon standen 60 Jugendliche in einer Ausbildung u.a. zum Automatiker, Elektroniker, Polymechaniker, Kaufmann, Informatiker, Laborant und Logistiker. Rund 32'300 Personen (Vorjahr 39‘000 Personen) besuchten im Jahr 2017 ein Schweizer Kernkraftwerk für eine Ausstellungsführung, Anlagebesichtigung, zur Weiterbildung oder für eine öffentliche Veranstaltung.  (swissnuclear)

 

 

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