Energiewelten 2018: Der VSE-Bericht zur Energiewelt im Jahr 2035

05.07.18

Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat sein Denkmodell zur Energiezukunft der Schweiz aktualisiert: Der Bericht «Energiewelten 2018» bezieht zentrale Ereignisse wie das Klimaabkommen von Paris (COP21) und die Energiestrategie (ES2050) mit ein. Drei Aspekte prägen die Energiewelt 2035 besonders: Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit. Mit dem «EVU-Tool» können Energieunternehmen zudem eine Standortbestimmung vornehmen.

2017 hat der VSE mit dem «Energiewelten»-Bericht ein Denkmodell vorgestellt, das vier extreme, aber durchaus denkbare Energiewelten der Zukunft beschreibt. Nun liegt der Nachfolger dieses Berichts vor. In «Energiewelten 2018» wird der Trend 2035 überprüft und vertieft. Erstmals wird ein Marktmodell zum Trend entwickelt – und es werden mögliche Geschäftsmodelle abgeleitet.


Auf dem Weg in eine «Smart World»
Der Trend fürs Jahr 2035 zeigte bereits im ersten Bericht klar in Richtung einer «Smart World»: Eine Energiewelt geprägt durch die Digitalisierung, die eine flexible, dezentrale Versorgung ermöglicht. Dieser Trend hat sich in der Folgeanalyse «Energiewelten 2018» nochmals akzentuiert. Die Energiezukunft wird zudem durch folgende Aspekte massgeblich geprägt:

  • Zunehmend dezentrale Strukturen: Die Nutzung der erneuerbaren Energien nimmt wegen technologischer Fortschritte und sinkender Kosten markant zu. Das führt vermehrt zu dezentralen Strukturen. Diese Entwicklung wird durch eine stärkere Präsenz der digitalen Anwendungen begünstigt.
  • Dekarbonisierung: Der Wille zur Minderung der CO2-Emissionen ist seit Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens (COP 21) offensichtlich. Diese Dekarbonisierung erfordert den Ersatz fossiler Anwendungen durch erneuerbar produzierte, elektrische Anwendungen. Die Sektoren Strom, Gas, Wärme, Mobilität und ihre Infrastrukturen wachsen stärker zusammen (Sektorkopplung). Dadurch nimmt der Stromverbrauch markant zu.
  • Versorgungssicherheit: Die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Stromimporte und die abnehmende Fähigkeit zur Eigenversorgung verringern – ohne Gegenmassnahmen – unsere Versorgungssicherheit. Eigenversorgung beim Strom wird wichtig. Neben der Wasserkraft wird Gas bei der Stromproduktion im Winterhalbjahr eine Rolle spielen, falls die inländische Stromnachfrage zu einem erheblichen Teil durch inländische Produktion gedeckt werden soll.

 

Wie sehen Energieversorger die Zukunft? Das Tool zu den Energiewelten liefert Antworten
Der VSE hat im Rahmen der Energiewelten ein Tool entwickelt, mit dem sich Energieversorgungsunternehmen (EVU) online mit der Energiezukunft auseinandersetzen können. Mit dem EVU-Tool können die Mitgliedsunternehmen des VSE die Erwartungen ihrer Mitarbeitenden zur Energiezukunft der Schweiz im Jahr 2035 online abfragen. Zudem können sie herausfinden, wie ihre Mitarbeitenden (oder eine andere ausgewählte Gruppe) die Position ihres Unternehmens in den Energiewelten sehen – heute und im Jahr 2035.


Auskünfte:

Sandro Pfammatter, Mediensprecher. Tel: 062 / 825 25 24 oder 078 / 659 14 55

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