Wasserzins

Seit mehr als hundert Jahren ist der Wasserzins die Vergütung, die Stromproduzenten an Kantone und Gemeinden zahlen – als Abgeltung für die Nutzung des Wassers zur Stromproduktion. Über hundertjährig und nicht mehr zeitgemäss ist auch die Berechnungsmethode: Produzenten bezahlen einen fixen Betrag, abhängig vom Leistungspotenzial ihrer Kraftwerke.

50 Sekunden für eine starke Wasserkraft

Aktuelle Regelung schwächt die Wasserkraft 

Das aktuelle Wasserzins-Regime untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wasserkraft gegenüber der ausländischen Konkurrenz, behindert Investitionen in die Wasserkraft und ist letztlich auch für die Standorte zu einer Hypothek geworden. Die Entwicklung des Wasserzinses läuft losgelöst vom regulatorischen und wirtschaftlichen Umfeld – sie hat sich längst von der Teuerung entkoppelt und trägt dem Paradigmenwechsel, der stattgefunden hat, keine Rechnung: zum einen wird der Wert der Ressource Wasser am europäischen Strommarkt bestimmt; zum anderen werden die Gestehungskosten seit der Teilmarktöffnung nicht mehr solidarisch von allen Endverbrauchern getragen. 

Für einen zeitgemässen und flexiblen Wasserzins 

Das Parlament hat eine Verlängerung der geltenden Regelung bis Ende 2024 beschlossen. Diese Regelung muss jedoch längerfristig durch eine zukunftsfähige, markttaugliche und faire Lösung abgelöst werden. Dazu braucht es zwingend einen Systemwechsel: Der Wasserzins muss flexibilisiert werden. Die Neuregelung muss mit der Revision des StromVG und dem neuen Marktdesign einhergehen. 

Stauseen sind die wichtigsten Batterien unseres Landes - die Wasserkraft muss deshalb unbedingt entlastet werden.