Wasserzins

Seit mehr als hundert Jahren ist der Wasserzins die Vergütung, die Stromproduzenten an Kantone und Gemeinden zahlen – als Abgeltung für die Nutzung des Wassers zur Stromproduktion. Über hundertjährig und nicht mehr zeitgemäss ist auch die Berechnungsmethode: Produzenten bezahlen einen fixen Betrag, abhängig vom Leistungspotenzial ihrer Kraftwerke.

50 Sekunden für eine starke Wasserkraft

Aktuelle Regelung schwächt die Wasserkraft 

Das aktuelle Wasserzins-Regime untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wasserkraft gegenüber der ausländischen Konkurrenz, behindert Investitionen in die Wasserkraft und ist letztlich auch für die Standorte zu einer Hypothek geworden. Die Entwicklung des Wasserzinses läuft losgelöst vom regulatorischen und wirtschaftlichen Umfeld – sie hat sich längst von der Teuerung entkoppelt und trägt dem Paradigmenwechsel, der stattgefunden hat, keine Rechnung: zum einen wird der Wert der Ressource Wasser am europäischen Strommarkt bestimmt; zum anderen werden die Gestehungskosten seit der Teilmarktöffnung nicht mehr solidarisch von allen Endverbrauchern getragen. 

Allianz für einen zeitgemässen und flexiblen Wasserzins 

Ab 2020 muss das aktuelle Wasserzins-Regime durch eine zukunftsfähige, markttaugliche und faire Lösung abgelöst werden. Dazu braucht es zwingend einen Systemwechsel: Der Wasserzins muss flexibilisiert werden. Die Neuregelung muss mit der Revision des StromVG und dem neuen Marktdesign einhergehen. In der Zwischenzeit braucht es zudem eine deutliche Entlastung der Wasserkraftproduktion.  

Im März 2018 hat eine breite Allianz aus Kreisen der Wirtschaft, Haushalten und Städten einen zeitgemässen und flexiblen Wasserzins gefordert

Stauseen sind die wichtigsten Batterien unseres Landes - die Wasserkraft muss deshalb unbedingt entlastet werden.

Was fordert die Allianz für einen zeitgemässen und flexiblen Wasserzins?

Hauptforderungen

  1. Es braucht eine Flexibilisierung des Wasserzinses mit einem fixen und variablen, marktabhängigen Teil. Diese Flexibilisierung ist als Grundsatz per 1.1.2020 gesetzlich zu verankern.
  2. Eine langfristige Lösung der Wasserzinsfrage muss mit der Revision StromVG und dem künftigen Marktdesign einhergehen.
  3. Als Übergangslösung ab 2020 braucht es eine deutliche Entlastung der Wasserkraftproduktion. Die vom Bundesrat in der Vernehmlassungsvorlage ursprünglich vorgesehenen 80 CHF/kWB stellen aus Sicht der Allianzpartner die Obergrenze dar.

Mehr

VSE-Dokumente

Präsentation: VSE Neuregelung Wasserzins (25.01.2019)
Medienmitteilung VSE: Sofortige Flexibilisierung der Wasserzinse nötig (29.9.2017)
Medienmitteilung VSE: Ständerat spricht sich zaghaft für einen flexiblen Wasserzins aus (20.09.2018)
Meinungsbeitrag NZZ: Der rechtlich unsaubere Wasserzins (13.11.2018)
Politische Feder, Bulletin 10/2018: Wasserzins - reif fürs Museum
Politische Feder, Bulletin 5/2018: Wasserzins - bitte sachlich
Bulletin 2/2017: Flexibilisierung der Wasserzinsen – eine Chance für alle

Dokumente des Bundes