Umwelt

Die Schweiz verfolgt das Konzept der nachhaltigen Entwicklung. Dies verlangt die ausgewogene Beurteilung der Technologien nach den Kriterien der ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Verträglichkeit. Die Stromversorgung soll umweltfreundlich, sicher und bezahlbar sowie vom Volk akzeptiert sein.


Das Ausbaupotenzial der Grosswasserkraft ist begrenzt: mit gezielten Erweiterungen und Sanierungen soll ihr Anteil bis 2030 um etwa fünf Prozent ausgebaut werden. Strengere Gewässerschutzvorschriften werden die Stromproduktion jedoch wieder senken.


Deutlich zunehmen dürfte der Anteil der übrigen erneuerbaren Energien. Bis im Jahr 2050 könnte ihr Beitrag zur Stromversorgung – unter idealen Rahmenbedingungen – demjenigen eines sehr grossen Kernkraftwerks entsprechen. Doch auch sie haben ihre Nachteile: Solarenergie ist zwar recht umweltfreundlich, bringt aber keine Versorgungssicherheit und ist (noch) mit hohen Kosten verbunden. Die Stromgewinnung aus Windkraft ist ebenso unregelmässig und zudem mit Lärmemissionen und deutlichen Eingriffen in das Landschaftsbild verbunden. Biomasse aus Abfällen und Grüngut ist CO2-neutral, jedoch nur begrenzt verfügbar und mit Transport- und Logistikkosten verbunden. Und für die umweltschonende und zuverlässig produzierende Geothermie ist die Zukunft in der Schweiz ungewiss, denn geeignete Standorte sind möglicherweise nicht vorhanden.


  
 

Klima

Drei Viertel des Schweizer Energiebedarfs wird mit Erdöl, Treibstoff und Erdgas gedeckt. Die bedeutendsten Energieanwendungen sind das Heizen und der Verkehr. Dabei entstehen auch die meisten CO2-Emissionen. Knapp ein Viertel der Energie verbrauchen wir als Strom. Dieser Strom wird sehr klimafreundlich erzeugt. Deshalb verursacht die Stromproduktion weniger als 3 Prozent der inländischen Treibhausgasemissionen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 40 Prozent – hauptsächlich aufgrund der Stromproduktion aus Kohle-, Erdgas- und Erdölkraftwerken. CO2-Emissionen entstehen neben dem Anlagenbetrieb auch bei der Gewinnung der Rohstoffe oder dem Bau von Kraftwerken und deren Bestandteilen (z.B. auch bei der Fabrikation von Solarzellen).

 

Im Haus und auf der Strasse: Strom statt fossile Energieträger

Grosse Potentiale zur Verminderung der CO2-Emissionen liegen im Gebäude und Heizungsbereich. Bessere Gebäudeisolierungen und Anwendungen wie Wärmepumpen und Solarthermie verbessern die Gesamtenergieeffizienz. Aber auch im Strassenverkehr gibt es Sparpotenzial: Herr und Frau Schweizer legen heute mit ihrem Auto eine Tagesdistanz von durchschnittlich 37 Kilometern zurück. Diese Strecke meistern heutige Elektromobile ohne Probleme.

 

In Zukunft im Elektroauto

Strom wird unser Leben künftig noch stärker prägen. Die fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas werden bei immer mehr Anwendungen durch Strom ersetzt. Strom macht in vielen Fällen die sparsamere und effizientere Nutzung ganz verschiedener Energieformen erst möglich: zum Beispiel bei der Verwendung von Wärmepumpen statt Heizöl oder bei Elektro- statt Verbrennungsmotoren im Strassenverkehr. Bis 2050, schätzt die ETH, könnte der Strom-Anteil am Gesamtenergie-Mix der Schweiz auf bis zu 50 Prozent steigen.

 

Die Zeit drängt

Der Umbau des Energiesystems – hin zu mehr Energieeffizienz, einem höheren Anteil erneuerbarer Energien und einer stärkeren Elektrifizierung – wird mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die notwendigen Investitionen sind dabei meist langfristiger Natur. Der Ausbau von Stromproduktionsanlagen und Netzen muss deshalb zügig an die Hand genommen werden.