Strom: Ein Preis, drei Komponenten

 

Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Die Konsumentinnen und Konsumenten bezahlen sowohl für die gelieferte elektrische Energie (Energietarif) als auch für den Stromtransport vom Kraftwerk bis ins Haus (Netznutzungstarif). Den dritten Anteil am Strompreis bilden Abgaben ans Gemeinwesen sowie eine Abgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien und zum Schutz der Gewässer und Fische (Abgaben).

 
 

Der Preis für Energie

Der Energietarif ist der Preis für die gelieferte elektrische Energie. Einige Stromlieferanten besitzen eigene Kraftwerke und beliefern ihre Kunden mit der selbst produzierten Energie, andere hingegen beschaffen den Strom von einem Vorlieferanten oder direkt an der Börse.

Seit 2009 können Grosskonsumenten mit einem Verbrauch von mehr als 100 000 kWh/Jahr ihren Stromlieferanten frei wählen. Sie können den Strompreis auf individueller Basis mit dem Stromlieferanten aushandeln. Die Grosskonsumenten können aber auch entscheiden, auf den Gang in den freien Markt zu verzichten und den Strom zu regulierten Preisen vom lokalen Netzbetreiber beziehen. Sie bleiben genau wie die Konsumenten mit einem Verbrauch von weniger als 100 000 kWh/Jahr sogenannt feste Kunden.

Für feste Kunden orientiert sich der Energietarif an den Gestehungskosten der Produktion und an langfristigen Bezugsverträgen des Verteilnetzbetreibers (vgl. Art. 4 StromVV). Ob sich in den Energietarifen für feste Kunden die aktuellen Marktpreise widerspiegeln oder nicht, hängt somit stark mit der Beschaffungsstrategie des Stromlieferanten zusammen.

Viele Stromlieferanten bieten verschiedene Stromprodukte an. Die Kundinnen und Kunden können dann selbst entscheiden, ob sie zum Beispiel für Strom aus Sonnenenergie etwas mehr bezahlen möchten oder ob ein günstigeres Stromprodukt bevorzugen.

 

Der Preis für Netznutzung

Der Netznutzungstarif wird verwendet, um den Unterhalt und die Erneuerung des Stromnetzes zu finanzieren - beispielsweise Leitungen, Masten und Transformatoren.

Die Netznutzungstarife dürfen die Kosten des Netzes, einschliesslich eines angemessenen Gewinns, nicht übersteigen (vgl. Art. 14 StromVG). Dies führt dazu, dass die Netznutzungstarife in dicht besiedelten Gebieten, wo die Kosten für das Stromnetz pro km von vielen Verbrauchern getragen werden, eher tiefer ausfallen als in dünner besiedelten Gebieten.

 

Die Abgaben

Der Bundesrat legt jährlich fest, wie hoch die Abgabe zur Förderung erneuerbarer Energien (kostendeckende Einspeisevergütung KEV) und zum Schutz der Gewässer und Fische ist. Der Betrag ist in der ganzen Schweiz gleich hoch.

Daneben existieren kommunale und kantonale Abgaben und Gebühren. Dabei kann es sich beispielsweise um Konzessionsabgaben oder lokalpolitische Energieabgaben handeln. Während in einigen Gemeinden keine solchen Abgaben anfallen, betragen sie in anderen bis zu 7 Rp./kWh.

 
 

Die Rolle der Eidg. Elektrizitätskommission ElCom

Die Netzbetreiber veröffentlichen ihre Tarife für das kommende Jahr jeweils bis spätestens Ende August.

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) überprüft, ob die Strompreise angemessen sind. Für feste Kunden überprüft sie sowohl den Energie- als auch den Netznutzungstarif.

Bei Grosskonsumenten, welche Strom auf dem freien Markt einkaufen, ist es nicht nötig, dass die ElCom die Energietarife überwacht. Der Netznutzungstarif hingegen ist durch den Standort gegeben, ein Anbieterwechsel ist nicht möglich. Die ElCom überprüft daher auch die Netznutzungstarife für Kunden im freien Markt.

Damit die ElCom diese Kontrolle durchführen kann, müssen die Netzbetreiber eine Jahresrechnung und Kostenrechnung für ihr Netz sowie eine Kostenrechnung für die Stromlieferung an feste Kunden erstellen und der ElCom jährlich vorlegen.

 
 

Weitere Informationen

Grafiken zur Entwicklung der Strompreise finden Sie im Download-Bereich. 

Hier geht es direkt zur Grafik (pdf).

 

 

 
  

 

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